Erinnerungen an die GEE: Wie ich Bernd Begemann ein Eis ausgab

Am 9. Oktober 2013 erschien die letzte Ausgabe der GEE, am 27. Oktober wurde das Heft zehn Jahre alt (was ich total verraffte und hiermit nachträglich alles Gute zum Geburtstag wünsche), am 1. November feierte die Zeitschrift mit einer Party in Hamburg ihren Abschied und am 5.11. wurde ein Post-Mortem-Podcast von Insert Moin mit Gregor Wildermann und Moses Grohé veröffentlicht. Es ist definitiv nicht mehr der richtige Zeitpunkt, aber trotzdem niemals zu spät in Erinnerungen zu schwelgen.

Vor ein paar Jahren arbeitete ich in einem kleinen Veranstaltungshaus irgendwo in der Pfalz. Es kamen Künstler, die ich schon vorher liebte (Gustav und Jolly Goods), Künstler, die ich vorher nicht kannte, aber mich dort in sie verliebte (Spaceman Spiff) und Künstler, die ich vorher kannte, sie aber nur als Autor der GEE mir ein Begriff waren: Bernd Begemann war für einen Abend in der Stadt.

Mein Job war es damals unter anderen bei den Vorbereitungen zu den Auftritten zu helfen und abends an der Theke die Getränke zu verkaufen. Das hatte dann gelegentlich was von einem Miniatur-Roadie-Dasein, wenn man die Instrumente der Musiker in den Konzertraum tranportierte und beim Aufbau mithalf. Das hatte aber dann auch was von jeden anderen beschissenen Job im Service-Bereich, wenn viel zu viele durstige Kehlen auf ihre Getränke warteten und ich nur noch dachte „OH GOTT HÖRT AUF ZU BESTELLEN STRESS STRESS STRESS STRESS“.

Wir hatten damals in der Tiefkühltruhe einen Haufen Magnum-Eis rumliegen. Wieso? Keine Ahnung. Wir konnten es nicht verkaufen, weil… Jetzt lässt mich meine Erinnerung in Stich. Weil man kein Eis auf Konzerten verkauft? Weil es schon vor ein paar Tagen abgelaufen war? Wahrscheinlich letzteres. Nicht so schlimm, dass man davon Durchfall und Lebensmittelvergiftung bekommt, aber an den Mann bringen konnte man das natürlich nicht mehr.

Am Tag des Auftritts von Bernd Begemann kamen zuerst die Band-Kollegen und brachten ihre Instrumente mit. Herr Begemann selber würde erst etwas später kommen. Wieso? Auch das weiß ich nicht mehr! Ich behaupte jetzt einfach mal, dass er noch bei einem lokalen Elvis-Presley-Look-a-Like-Contest in der Jury festsaß.

Wieder einmal durfte ich mit meinen Kollegen beim Aufbau helfen, wieder einmal fühlte ich mich wie ein Möchtegern-Eddie-Riggs.

Schließlich kam doch noch der Herr Begemann (In meiner Erinnerung in einen roten Cape, mit Nebelmaschine und von Engeln getragen, die in einem Chor „Aaaaaaah!“ sangen. Ich glaube, meine Erinnerungen sind da nicht ganz  so zuverlässig). Der Herr machte es sich im Backstage-Raum gemütlich (während die Engel wieder davonflogen). Ich holte meine eingepackte GEE und sprach ihn an.

Verdutzt sah er sich mit seinem Artikel über „Harvest Moon DS“ konfrontiert und unterschrieb ih auf meinen Wunsch hin. Wir unterhielten uns über Spiele und er fragte mich was ich ihm empfehlen könnte. Mit leuchtenden Augen erzählte ich ihm von Shadows of the Damned, meinem Lieblingsspiel 2011. Das Gespräch versiebte, in meiner Erinnerung fing ich an Mist zu labern und so trollte ich mich zurück an meinen Arbeitsplatz.

Ja, ja, ich und die sozialen Skills.

Am Morgen nach dem Konzert kam Begemanns Band und holte die  Instrumente wieder ab. Jeder bekam ein Eis als Dankeschön für den Auftritt. Ein wenig später tauchte auch Herr Begemann auf und ich drückte ihm ebenso ein Magnum in die Hand. Daraufhin fuhren sie im Tour-Van davon, um die restliche Welt mit ihrer Musik zu beglücken.

Und so gab ich Bernd Begemann ein Eis aus. Das es seit ein paar Tagen wohl abgelaufen war, ignorieren wir lieber.

Videogame Lyrics #7

Do you remenber like it was Sega or Nintendo, the big enemies?
And kind of butting heads and battling and…
…now fucking Sonic’s whoring himself on Mario Olympics.
It’s fucking embarrasing.

It used to be Super Nintendo, Sega Genesis.
But Sega went and choked man, I couldn’t picture this.
The time for a goodbye, not a single farewell kiss.
Sega Mega Drive, man, you were sorely missed.

DJ Yoda feat. Scroobius Pip, „Sega RIP“

Scroobius Pip, kennt man noch von „Thou Shalt Always Kill“, erinnert sich an die einstige Rivalität zwischen Sega und Nintendo. Derber Track. 

Goodbye Blips and Blops

Wenn man live Chiptunes sowie die Begeisterung rund um 8-Bit-Musik erleben will, dann ist das seit 2006 bestehende Blip Festival die erste Adresse. Beziehungsweise war es die erste Adresse, denn mit dem im Oktober stattfinden Ableger in Tokio will die Mannschaft um die Festival-Reihe aufhören. Im aktuellen Newsletter und auf der Seite der 8bitpeoples wird folgendes geschrieben:

When we invaded an old bank in NYC’s financial district back in 2006 to throw the first Blip Festival there was no way we could have predicted the way that it would grow over the years. All the while, the organizational team behind-the-scenes has remained a very small and hands-on crew. Running it all has been an immensely rewarding experience, but also incredibly demanding, and often monopolizing our energy and efforts at the expense of other 8bitpeoples projects. So after careful deliberation, we’ve decided that this October’s Blip Festival Tokyo 2012 will be the last installment of the Blip Festival event series for the foreseeable future. A special thanks to Christian Villum, David Adams, Kristy Dossor & Eugene Davoren-Britton — without whom, the overseas editions of Blip Festival would not have been possible.

To all the people that have shown Blip Festival so much love over the years, we thank you. We hope that you’ll come join us for one last hurrah in Tokyo, and that you’ll find our other future endeavors worthy of the same enthusiastic support.

Ich bin mir sicher, dass andere Leute bald einen gleichwertigen Ersatz organisieren werden, aber das Blip Festival hatte in den letzten Jahren einen nicht zu unterschätzenden Grad an Medienaufmerksamkeit erreicht und galt als das jährliche Konzert-Highlight der Chiptunes-Szene. Auch der sehenswerte Dokumentarfilm „Reformat the Planet“ (kann man sich online auf Penny Arcade TV ansehen) schuf Interesse für Szene und Musik und portraitierte ganz wunderbar das Festival selber.

Jedoch, wie gesagt, es wird bestimmt in naher Zukunft einen gleichwertigen Ersatz für das Blip Festival geben. Dafür war es zu wichtig und ist die Begeisterung abseits der Szene um die 8bitpeoples aus New York zu groß (siehe z.B. „Chiptunes = Win“). So wird auch im September in Manchester zum ersten Mal das Festival SuperByte 2012 stattfinden, aus dem vielleicht ein gelungener Ersatz wachsen wird.

Apropos Chiptunes und Schluß machen: Ich habe erst vor kurzen mitbekommen, das das 8-bit Collective seit fast einen Jahr down ist, anscheinend weil man sich hinter den Kulissen zerstritten hat. Ein okayer Ersatz liefert u.a. das Forum von Chipmusic.org, bei dem es auch 8-Bit-Musik unter Creative Commons-Lizenz gibt.

Foto von Lucius Kwok.

Bemani Television #5: The Family Bones – If You Ever Need Someone

Und jetzt alle so: Aaaaaaw! Das Musikvideo zu „If You Ever Need Someone“ von The Family Bones fühlt sich trotz (handgemachter) Stop-Motion-Animation mit Post-Its dank diverser Super-Mario-Bros.-Anleihen und blockiger Gitarre in der Pixel-Unterkategorie von Bemani Television wohl. Und ja, da darf man die White Stripes erwähnen.


(YouTubeDirektNotizzettel)

Videogame Lyrics #6

null

Reiß den Vorhang auf, schmeiß die verdammten Lampen an,
keine Zeit für Spielkonsolen, mein Leben ist Jump & Run.

Eins Zwo, „Die Omi aus dem 1. Stock“

Bemani Television #4: Ugress – Loungemeister

Weiter geht’s bei Bemani Television mit der Pixel-Unterkategorie. Im Video zu „Loungemeister“ des Norwegers Ugress leben ein paar Rockstars das typische Rockstarleben, inklusive Groupies, Prügeleien und dem obligatorischen Sich-vom-Hoteldach-Stürzen.


(YouTubeDirketRockstars, VimeoDirektRockstars)

Mir persönlich gefällt ja diese Version des Song ein wenig besser.

Videogame Lyrics #5

Watchin all our friends fall
In and out of ‚Old Pauls’
This is my idea of fun.
Playin video games.

Lana Del Rey, „Video Games“

Ich finde Botox-Lippen sehr verstörend.

Bemani Television #3: Goldfish – We Come Together

Vor ein paar Wochen machte dieses nette, mit Referenzen vollgepackte Pixel-Musikvideo von Goldfish die Runde und soll daher hier nicht fehlen. Wer schummeln möchte, findet hier die meisten Referenzen. Das Video stammt von Mike Scott (mit Hilfe von einem Haufen Kollaboratoren), auf dessen Seite man noch ein Making-Of findet.


(VimeoDirektGoldfisch, YouTubeDirektGoldfisch)

Das Pixel-Musikvideo ist eine ganz besondere Art des Videospiel-Musikvideos. Weitere Beispiele werden in kommenden Folgen von Bemani Television vorgestellt.

Videogame Lyrics #4

James Hyman, thanks for the Xbox,
I’ve been fucking killing that Halo game.

The Streets, „Give Me Back My Lighter“

Quasi passend zur Ankündigung von Halo 4 und Halo Anniversary, ein Track von der „All Got Our Runnins“-EP.

Bemani Television #2: Air – Kelly Watch The Stars

Zwei Mädchen spielen leidenschaftlich Tischtennis, während Publikum und Schiedsrichter gebangt zusehen. Doch dann stellt sich heraus, dass die Franzosen von Air das Geschehen unwissend über Pong steuern. Es folgen toller Pop, ein Unfall, titelgebende Sterne und das schönste Video, was jemals zu diesen Videospiel-Opa gemacht wurde.


(VimeoDirektTelespiel, gibt’s bei tape.tv in minimal besserer Qualität)

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