Hallo, Herr Fenix

Habe gestern nacht das erste Kapitel von Gears of War 3 durchgespielt. Ich bin selber darüber überrascht, denn ich hatte damals das erste Gears schon kurz nach dem Tutorial entnervt aus der Konsole geschmissen und meinen Widerwillen gegenüber der Reihe somit bestätigt gefühlt: Graubraune Grafik, stereotypische Muskelmänner, die zuviel Anabolika genommen haben, eine dämliche Story und die schlechte Synchro tat sein übriges. Gears of War war für mich die versammelte Strunzdummheit des Mediums, wir waren einfach nicht kompatibel.

Jetzt bin ich umso überraschter, dass ich doch noch unironischen Spaß mit dem dritten Teil hatte. Denn die Geschichte um das übergewichtige John-Travolta-Double Marcus Fenix hat sich mit dem dritten Teil der Dinge entledigt, die mich damals den Eject-Butten drücken ließen.

  • Farbe! Das Spiel hat Farbe! Endlich sind die langweiligen Sepia-Töne auf den Rückzug. Im ersten Kapitel hat die Umgebung die gedämpfte Farbenfroheit eines Brink (Auch so ein Spiel, dass erst von mir gehasst wurde, aber nachdem ich mich durch seine Macken gekämpft habe, seinen quirligen Mix aus anderen Spielen in’s Herz geschlossen habe). UK Resistance würden über die Farbe des Himmels immer noch die Nase rümpfen, aber optisch ist es ein ganz Stück erträglicher geworden.
  • Aktives Nachladen ist toll! Es ist ein sich nicht überflüssig anfühlendes Minispiel innerhalb eines größeren Spieles, dass ich vorher nicht zu schätzen wusste.
  • Gebrochene Helden! Starke Frauen! Und eine Spur von Humor, die wohl laut Volker Bonacker, dem laut eigener Beschreibung seriösen Spielejournalisten unter den Bloggern, bisher so nicht existent war.
  • Ich mag Covermechanik, auch in anderen Spielen. Es hat für mich etwas sehr befriedigendes sich hinter einer Deckung zu verstecken und die unvorsichtigen Gegner auf’s Korn zu nehmen, egal ob GTA IV, Red Dead Redemption, 007 Alles oder Nichts, Kane & Lynch, Eat Lead oder Mass Effect. Wer hätte 2003 gedacht, dass ein mittelprächtiges Spiel namens Kill.Switch so sehr die Industrie prägen würde? Apropos Mass Effect: Gameplay-Mechanik, Steuerung und die Figur der Anya erinnern mich wohlig an meine liebste Bioware-Reihe.
  • Ich kenn mich ja nicht aus, aber ich habe das Gefühlt dass im dritten Teil der Schwierigkeitsgrad gesenkt wurde. Oder war das Spiel schon immer so leicht? Zumindest habe ich gestern auf Hardcore angefangen und es erst nach dem Beenden besagten Kapitels gemerkt. Und ich hatte schon gehofft, dass mich Halo so sehr gestählt, dass ich mich nicht mehr Pussy schimpfen muss. Nun ja.
  • Trotz allen bleibt das Gefühl, als Unbekannter in eine vertraute Gruppe zu kommen. Namen, die mir nichts sagen. Menschen, die mir laut Spiel unsympathisch sein sollen, obwohl ich sie gar nicht kenne. Aber es tröstet mich, dass ich wegen der Indizierung der beiden Vorgänger und daraus resultierten, gefühlten Nicht-Existenz innerhalb von Deutschland nicht der einzige bin, der als Neuling in die Geschichte einsteigt. Das Gears of War 3 in Deutschland erscheint, könnte man mit der immer mehr gelaxten Attitüde der USK erklären, doch in Wirklichkeit ist Teil 3 nicht mehr so brutal wie seine Vorgänger. Man schießt nicht mehr auf Gegner, die im roten Saft zerplatzen, sondern irgendwelche infizierten Zombies, die nun in einer orangen Farbe explodieren.

Aber wie gesagt, ich habe bis jetzt nur das erste Kapitel hinter mir. Vielleicht wird Gears mich doch enttäuschen, vielleicht auch nicht. Und vielleicht werde ich den Teilen 1 und 2 eine neue Chance geben.

Foto von Borgs „Maurdyn“ Dalisay

Grind That 2010: Schwanengesang

Aus der Kategorie „Artikel, die irgendwie nie fertig wurden“ kommt dieser Beitrag von Gastautor PAT aus dem September letzten Jahres, den ich ursprünglich zusätzlich mit meiner eigenen Meinung zu Halo Reach garnieren und als „Schwanengesang pro/kontra“ veröffentlichen wollte. Verdammte Prokrastination.  -PlayStar

Bedeutungsschwangere Musik ertönt, als wir die ersten Blicke auf einen Asteroidengürtel und den Planeten Reach werfen. Da ist es wieder, dieses Gänsehautgefühl: ein neues Halo ist aufgeschlagen. Ist Reach wirklich der letzte Teil der Serie? Wer’s glaubt. Halo ist für Bungie das, was Metal Gear Solid für Hideo Kojima ist. Egal, was Bungie in den nächsten Jahren auch anstellen mag, Gerüchte und Unterstellungen, man arbeite insgeheim schon an Halo 4, wird man sich gefallen lassen müssen.

Dabei ist Halo 4 längst erschienen. Rein subjektiv betrachtet übertrumpft Reach den dritten Teil der Saga in allen Belangen. Konnte der Halo-Muffel sich bislang immer noch drüber echauffieren, dass die Serie an sich etwas klobig oder steril aussah, so zieht Reach alle Register einer stimmungsvollen Gestaltung. Die Areale sind noch weitläufiger ausgefallen als in Halo 3 und angefüllt mit vielen Details. Städte wie z.B. New Alexandria erinnern mit ihren riesigen weißen Bauten und grünen Parkanlagen ein wenig an das Mass Effect-Artdesign. Stimmungsvolle Matte-Paintings am Horizont laden immer wieder zum Verweilen ein und in Verbindung mit dem orchestralen Soundtrack sorgt dies wieder für die bekannten Gänsehautmomente. Auch den menschlichen Gesichtern hat man endlich ein paar mehr Polygone spendiert, so dass sie nicht mehr so emotionslos wirken, wie noch in Halo: ODST.

Spielerisch ist Reach abwechslungsreich wie eh und je: Wir liefern uns Kämpfe in Wartogs und Panzern und ziehen mit einem Sabre in eine Weltraumschlacht. Zwischendurch sprengen wir gegnerische Flags und deaktivieren eine riesige Energiekuppel (Halo Wars lässt grüßen). All diese Missionen liefern wie immer Plasma-Explosionen im Sekundentakt, während auch diesmal die Grunts schreiend davonlaufen, wenn man einen Elite umgelegt hat. Übrigens scheint die Allianz diesmal in ihrer Muttersprache zu fluchen, während sich die Brutes offenbar einer Ganzkörperenthaarung unterzogen haben. Natürlich gibt’s wieder massig neue Waffen zum ausprobieren, die bereits bekannten Modelle wurden leicht modifiziert. Die meisten der neuen Spezialfähigkeiten der Spartans sind reine Makulatur, nur eine macht wirklich Laune: Der Jetpack! Mit ihm steigen wir locker 50 Meter in die Lüfte und können so riesige Sprünge fabrizieren – ganz wie der Hulk. So heben wir uns auf höhere Ebenen oder lassen uns aus Höhen fallen, die selbst einem Spartan nicht bekömmlich sind – nur um kurz vor dem Aufprall ganz cool abzubremsen und sicher zu landen. Da kommen echte Allmachtsgefühle auf, insbesondere, wenn man den verdutzen Feind plötzlich aus der Luft angreift.

Die Geschichte ist wieder mal emotional ziemlich aufgeladen und nimmt sich sehr ernst. Wirklich komplex ist sie leider nicht: Die Menschen kämpfen bis zum bitteren Ende gegen die Allianz und verlieren; Reach fällt. Das ist kein Gespoilere, sondern schon seit Halo: Kampf um die Zukunft bekannt. Reach endet exakt dort, wo das erste Halo begann. Einem chronologischen Durchspielen der kompletten Saga steht somit nichts mehr im Wege. Aber daraus ergibt sich auch folgendes kleines Problem: Auf das bis jetzt bestaussehendste Halo würde das schlechtaussehendste folgen. Also, Bungie, wie wäre es mal mit einem Remake von Teil 1?

Wie man erfolgreich Probleme aus dem Weg geht

Problem:
Das DVD-Laufwerk der Xbox 360 ist im Betrieb zu laut.

Lösung:
Zukünftige Modelle bekommen ein leiseres Laufwerk eingebaut und/oder wir bieten unseren Kunden an die Laufwerke ihrer Xboxen mit ohrenschonenden Laufwerken umzurüsten.

Umgehung:
Wir bieten unseren Kunden ein Software-Update an, mit dem sie optionell ihre Spiele auf die Festplatte der Konsole laden können. Klar, Xbox-Besitzer, die keine 120GB-HDD und mehr als drei Spiele besitzen, gucken doof auf der Wäsche, aber auf der nächsten E3 werden wir das als ganz große Neuigkeit verkaufen. Jesses, was sind wir genial!

Ablenkung, falls doch jemand was merkt:
Hinter dir! Ein dreiköpfiges neues „Portal“!

Weck den Master Chief in dir!

Da saß ich also letzte Woche vor der ausgeliehenen Xbox meines Freundes und schaute die Spiele durch, die er mir mitgeben hatte. Das erste Halo kam zum Vorschein und ein gegrummeltes „Hmmmm…“ entfleuchte mir, als ich mich an die schlechten Erfahrungen mit der PC-Demo und Konsolen-Ego-Shootern in Allgemeinen zurückerinnerte. „Hmmm…“ entfleuchte es mir wieder, als ich das Spiel in die Konsole schob und schulterzuckend den Controller in die Hand nahm. Die nächsten paar Stunden entfleuchte mir kein „Hmmm…“ mehr und so verbrachte ich schweigend – mal abgesehen von den gelegentlichen Lachern, die durch die unterirdisch schlechte Synchro verursacht wurden – meine ersten Erfahrungen als Master Chief auf der Pillar of Autumn und der namensgebenden Ringwelt. Schließlich schaltete ich die 360 wieder aus (es ist mittlerweile später Abend geworden) und schließlich entfleuchte mir doch noch ein letztes „Hmmm…“, diesmal jedoch ein nachdenkliches.

Hatte ich gerade eben… Spaß?
Spaß bei einen… Konsolen-Ego-Shooter?
Mit Gamepad? Ohne Maus und Tastatur?
Und das ausgerechnet bei Halo?

Ach.

du.

Scheiße.

Da muss ich wohl dranbleiben, glücklicherweise hat mir mein Kumpel noch Halo 2 dazugelegt…

Das Bild stammt aus Joshuadamons äußerst beeindruckenden „Halotography“-Flickr-Set. Einfach nur Wahnsinn! Angucken! [via]

Item! – Die Wiederkehr der heißen Fanboy-Fantasien


Item! Die GEE gibt’s jetzt virtuell, so als E-Paper in Flash. GEE Display ist dieses Jahr nach GEEMAG.TV der zweite Versuch sich im deutschsprachigen Internet einen Namen zu machen. Zwar ganz nett, wenn man die Zeitschrift kennenlernen will ohne ans Kiosk rennen zu wollen, aber für den Stammleser recht unsinnig, da momentan hauptsächlich Artikel aus der Offline-Variante zu lesen sind. Außerdem habe ich die ganze Zeit das Gefühl die deutsche Fassung des Probe-Magazins zu lesen. Meh.

Item! „Points“ ist eine tolle Online-Show über japanische Retro-Spielkultur, die aus der „Not the 1up Show“ entstanden ist. Ein Teil des großartigen Chiptunes-Soundtracks kann man hier runterladen.

Item! Jeder, aber wirklich jeder, liebt „Portal“ (und natürlich den Weighted Companion Cube). Und wenn ich nicht momentan die Probleme mit meinen PC hätte, würde ich jetzt auch mit dem „Aperture Science Handheld Portal Device“ die Gesetze der Physik brechen. Ob als Bastelbogen, Flashspiel, gefaketes Easter-Egg oder der geile Endsong, das Ding schreit doch gradezu nach „Kult“.

Item!
About Katamari Damacy.
-I’m sick of it.
What is the future of video ames?
-I haven’t got a clue.
What are videogames?
-Who knows.

Item! „Gepackt von der Stimmung war ich an der Kasse dann kurz davor meine Tüte mit Soja-Brat-Dingsbums in die Höhe zu hieven: Du hast Tofu gefunden – benutze ihn mit A!“

Item! China hat seinen eigenen Wii-Klon: Die hässliche Vii. Viiiiiiii! Pfui!

Item! Was manche Menschen für eine Nintendo-Konsole alles tun – Tsss!

Item! „With 2011 there comes the release of Halo 4. There is no other media release this year.“ Schöne Parodie auf den Halo-Hype und Epic 2015.

Item! Für Freunde von „Crush“ und „Super Paper Mario“: Das kommende Indie-Spiel „Fez“ vom ubercoolen Kokoromi Collective (inklusive „Game Girl Advance“- und „Sexschule DS“-Power).

Item! „Pixel It consists of two layers of paper. Cuts on the white outer layer allow the user to fold parts out and therefore create a “Pixel-Structure” by showing the coloured layer underneath.“
Will haben!

Item! Will auch haben: Die coolen T-Shirts von Syntax.

Item! Und natürlich das hier auch: Guitar Hero + Army of Darkness = Awesome!

Item! „Bin abends im Dunkeln mit dem Auto vom Casa gekommen und hab den Vollm0nd gesehen, mein erster Gedanke war … Achtung also ehrlich jetzt … ‚Den musst du noch mit der Kamera auf Port Monee fotograf13r für d4a H3rzt31l!!!!!111elf’
… da wusste ich ich hab Zeldasucht.“

Item! Für den hiphoppenden Videospieler: PlayStation-Bling-Bling.

Item! Wieder was gelernt: Es gibt das eine Grand Theft Auto und das andere.

Item! Remake? Ne, Demake!

Item! Was wäre, wenn Pac-Man schon seit 1880 seine Pillen fressen würde? Hossa, Steampunk!

Item! Fehlt mir definitiv noch in der Sammlung: Nintendos geplanter Heimcomputer und die schönste Pre-NES Konsole.

Item! Wer den GameJew noch nicht kennt, sollte sich schämen und den Artikel auf d-frag lesen.  Schließlich hat der Kerl schon für Shigeru Miyamoto gesungen und „Super Mario War“-Erfinder Florian Hufsky interviewt.

(Artwork von Jenni Källberg, die sich in ihrer Freizeit auch mal als Samus Aran verkleidet.)

Nur du kannst die Menschheit retten

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Das halbe Internet spielt mal wieder verrückt, denn nichts geringeres als „Halo 3″ ist gestern in den USA erschienen und beglückt uns Europäer auch seit heute. Und ein wenig freu ich mich auch, obwohl ich, abgesehen von einigen Koop- und Team-Deathmach-Runden, noch nie wirklich Halo gespielt habe. Okay, ich hatte mich auch noch an die PC-Demo des ersten Teils gewagt, aber nachdem ich mich in den monotonen Innenräumen verirrt hatte und beinahe vor Frust und Langeweile gestorben wäre, landete Halo auf meine imaginäre „Kann warten“-Liste. Außerdem ‚abe isch garr keine Xbox und mit Konsolen-Ego-Shootern, abgesehen auf der Wii, komm ich mal gar nicht klar. Genügend Gründe diese Woche mit den Schultern zu zucken, wenn, ja, wenn ich mich nicht schon früh mit dem Halo-Fieber infiziert hätte.

Alles nahm seinen Anfang mit einen Video aus GameStar 1/2000: Atemberaubende Grafik, noch nie gesehene Physik in Videospielen, heiße spannende doofeseinfallslosesadjektiv tolle Action und natürlich auch die wundervolle Musik (Hach, die Musik! Die Musik!), die sich damals in mein Ohr einnistete und seitdem nie wieder ausgezogen ist, setzten mein kleines Teenager-Gehirn in Ekstase. Die Terraner Menschen sahen anno 2000 alle noch aus wie Masterchiefs und die Covenants bestanden nur aus Elites ohne Brutes oder die peinlichen Grunts. Der Rest jedoch war schon da: Der Warthog-Geländewagen, Banshees und die namensgebende Ringwelt waren schon damals vertreten. Sieht aus wie ein Online-Spiel, oder?
Aber lange sollte das nicht bleiben, als Microsoft Bungie aufkaufte (Die Mac-Fans vom bösen MS geschluckt? – Schock!) und Halo Xbox-exklusiv wurde. Halo wurde zu dem Spiel umgemodelt, wie wir es heute kennen, samt Masterchief und restlichen Gekrösel.

Noch mehr Halo-Nostalgie:
Interview mit Bungie
Toller Kurzfilm; habe ich damals bis ich es sogar mitsprechen konnte immer wieder angesehen.
„Für derart hübsche Figurendetails sorg konsequentes Mulit-Texturing.“ – Hihi!
(Liebe GameStar, ich hoffe es ist okay, das ich die Videos hochgeladen habe, schließlich hängt, trotz meines baldigen Abschieds als GS-Leser, immer noch mein Herz an dir. Wenn nicht, bitte schön Bescheib geben und die Filmchen verschwinden.)

Giga Games fachte das Fieber weiter an. Simon (Macht ja jetzt zusammen mit seinen Ex-Giga-Kollegen „Game One“ auf MTV) führte mich und viele andere Zuschauer in die Welt von „Red vs. Blue“ ein, der besten Machinima-Serie (natürlich neben „This Spartan Life“), die jemals kreiert wurde.

Aber Moment mal, wieso schreib ich den ganzen Stuß eigentlich? Eigentlich nur wegen der tollen „Believe“-Werbung zu „Halo 3″, für mich persönlich die beste Spiele-Werbung seit langen. Ganz tolle Gänsehaut-Verursacher in denen Veteranen der Halo-Kriege in fiktiven Dokumentationen über ihre Erlebnisse erzählen.
„Museum“
„Believe“
„Making of the John 117 Monument“
„Soldiers Reminisce“
„Hunted“

Wem die Überschrift übrigens bekannt vorkommt, liest wahrscheinlich öfters den Herrn Pratchett und/oder hat die Schulbücher aus seinen Deutsch-Unterricht noch in guter Erinnerung.

Du hast die Realität und die Kameras und findest irgendwie, dass eine Realität ohne Kameras keine wirklich gute Realität sein kann. Oder so.

Stellt Euch vor, Ihr macht alles richtig. Ihr entwickelt zwei Maschinen, die beide überaus erfolgreich und einzigartig sind auf dem Markt. Dafür entwickelt Ihr Spiele, die genauso erfolgreich und einzigartig sind wie die Maschinen selbst. Ihr erntet dafür zuerst zwar nur doofes Gelächter (schließlich hat eine der Maschinen einen ziemlich dämlichen Namen) und die Konkurrenz lacht Euch auch nur aus und nimmt Euch nicht ernst – aber was soll’s? Jetzt seid Ihr diejenigen, die – wenn auch leise – über den Erfolg der eigenen Maschinen lachen und einfach so tun, als wäre Erfolg das normalste auf der Welt.

Nun stellt Euch vor, die Konkurrenz erkennt ihr eigenes Versagen. Und sagt dann so etwas:

A: “Imagine a game machine where you can just pick up a bat and swing it or the tennis racket,”
B: „We have one of those.“
C: „Yeah. Wii.“
A: “No, no, that’s not it, you can’t pick up your tennis racket and swing it, you can’t sit there with your friends and do those natural things. That’s a 3D positional device, this is video recognition, this is a camera seeing what’s going on … the camera will be ubiquitous.” (Q)

Stellt Euch jetzt mal vor, A ist Bill Gates und eigentlich ja auch ein ziemlich dufte Typ. Aber vom Unterschied zwischen Videospielen und Realität, so denkt Ihr euch und knabbert an Euren Kartoffelchips in Form von Euro-Noten, hat er wohl tatsächlich keine Ahnung.

Dann schappt Ihr Euch Euren Tennisschläger, geht an die frische Luft und spielt Tennis. Ganz ohne Kameras.

M2

Liebe GTA Leserschaft,
Vergesst eure 360, Wii, und PS3 für einen Moment. Verdammt, vergesst sogar XBox, PS2 und Gamecube! Wie sähe unsere (Spiele) Welt wohl aus, wenn es in den 90er Jahren ganz andere Entwicklungen gegeben hätte? Wisst ihr‘s?…

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Patch-it-a-go-go, baby!

Ich bin absolut gegen jede Form von Patches. Ich mag es nicht – insbesondere unter der Kontrolle Angela Merkels – jede Menge Geld für ein Produkt auszugeben, dass Probleme aufweist, die man auch mit Leichtigkeit oder auch nicht so großer Leichtigkeit schon vor der Veröffentlichung aus der Welt hätte schaffen können. Das ist Betrug am Kunden und nichts anderes. Dabei ist es mir persönlich auch total egal, ob PC- oder Videospiele gepatched werden: Sowas gehört sich nicht!

Nun hat Microsoft sich schon vor der Veröffentlichung der 360 um Schadensbegrenzung bemüht und allen Spielern versichert, dass die Festplatte nicht für Patches gedacht ist, sondern für andere sinnvolle Sachen wie Savegames, Musik und Videos. Das haben sie zwar selber nicht geglaubt, aber immerhin hat man versucht, die „bewussten Spieler“ ruhig zu stellen. So eine Situation wie auf dem PC würde auf der 360 natürlich nicht auftreten.

Jetzt mischt natürlich EA an vorderster Patch-Front mit, nachdem so einige Fehler bei Madden NFL 2007 entdeckt wurden, die die Fans mal überhaupt nicht mochten. Sie beschweren sich zurzeit völlig zurecht darüber, für ein jährliches Spieleupdate nicht nur den Vollpreis zahlen zu müssen, sonder für das Geld nicht einmal fehlerfreie Ware zu bekommen.

Und was sagt EA dazu? Ja, einfach aus den Hüften raus:

Patch it!

Ja, das ist die richtige Einstellung, Jungs! Bei Kunden entschuldigt man sich nicht und gibt auch nicht zu, ein voreilig veröffentlichtes Spiel verkauft zu haben, sondern kommt mit einer Antwort um die Ecke, für die man sie auch um dieselbe Ecke bringen sollte.

Notiz an EA und an Microsoft für die dolle Konsequenz, die man an den Tag legt:

1.) Patches sind Mist. Keiner mag Patches.
2.) Produkte, die Patches brauchen, sind Mist. Keiner mag Produkte, die Patches brauchen.
3.) Patches brauchen Internet-Zugang. Jemand der keinen Internet-Zugang hat, kann sich das Update nicht besorgen. Und das ist auch Mist.
4.) Nein, ich will mir nicht die Xbox-Zone mit DVD kaufen, nur weil EA den Patch irgendwie auf die DVD schmuggeln konnte. Xbox-Zone ist nämlich von Hans Ippisch. Und das ist faktisch bewiesener Mist.
5.) Wenn ich auf die Schnauze falle und blute, ist das Scheiße und ich möchte ins Krankenhaus.

Und, ganz ehrlich: Krankenhaus ist auch Mist.

Finally! (Deutsch: Wurde aber auch Zeit!)

gaw_e3logo.pngOkay, lasst uns ueber die E3 sprechen. Der Trubel ist naemlich vorbei, es gibt keine grossartigen News mehr – und jeder Scheiss wurde bis ins kleinste Detail von alles und jedem analysiert. Ich glaube, man darf sich jetzt trauen, etwas zu sagen, ohne von den Faboys der einzelnen Parteien entruestet angemacht zu werden.

Zuerst das Uebliche: Die diesjaehrige E3 war die groesste, beste, pompoeseste und so weiter und fort. Ja, 360 sah gut aus. Ja, der Wii hatte elend lange Schlangen. Und ja, Sony verkauft seine Kunden fuer bloed.
Damit sei dazu alles gesagt. Wer weitere Adjektive als Kommentar hinzufuegt, wird als Troll gekennzeichnet und dazu noch sieben Jahre schlechten Sex haben – wenn ueberhaupt.

Ich will mich an dieser Stelle nur auf die Hardware konzentrieren. Ein Beitrag zu den Spielen folgt noch in Form eines Features.

Sony

Ich will ja echt nicht boesartig sein und meine Liebe zu Nintendo ist einigen hier inzwischen sicher auch bekannt. Aber: Was bitteschoen war denn das? Oder besser: Was bitteschoen soll das werden?
Die Pressekonferenz war (natuerlich) ueber zwei Stunden lang, die „spielbaren Titel“ waren bis auf zwei bis drei Ausnahmen laecherlich und der Preis ist die groesste Frechheit seit dem 360-Power-Adapter. Die Enthuellung des neuen Controllers geschah so schamlos wie nur moeglich, dreister jedoch war nicht nur die mickrige Flugzeug-Demo, sondern die Tatsache, dass die zwei unsympathischen Fressen auf der Buehne (der lustige Englaender mit Enten-Liebe und der Vater der PlayStation himself, Kutaragi – die Mutter will ich ehrlich gesagt nicht kennenlernen) es gewagt haben, das Wort „Innovation“ in den Mund zu nehmen.

Nicht falsch verstehen: Ich finde das Konzept hinter der PS3 geil. Mir gefallen solche freakigen Menues, durch die ich mich navigieren kann, um Sachen downzuloaden, Statistiken anzuschauen und was weiss ich was. Ich finde diese gane Connectivity-Sache gut, wenn sie richtig gemacht wird – und da hat Nintendo auf ganzer Linie grandios versagt. Mir gefaellt auch die Spiele-Download-Faehigkeit der PSP. Ich habe damit nur drei Probleme:

1) Microsoft bietet das auch. Und nach dem aktuellen Update des Dashboards gefaellt mir „Live“ immer besser. Die Daseinsberechtigung hat sich Microsoft mit diesem Online-Service wohl endgueltig verdient – abgesehen davon, dass mir das Software-LineUp inzwischen auch sehr gut gefaellt.

2) Fuer die Connectivity braucht man Spiele. Und bei aller Liebe: Die PSP ist immer noch nur ein Multimedia-Ding ohne Content. Es interessiert mich immer noch nicht die Bohne.

3) So, ich habe also keine PSP und will mir auch keine holen? Super, dann ist der Spiele-Download-Service auch nutzlos fuer mich. Ist ja einfacher, als ich dachte.

Das Hauptproblem ist aber, dass Sony versucht, alle Menschen auf einem Schlag gluecklich zu machen. Und das schlaegt sich dann letztendlich auch auf den Preis nieder: Knapp 600 Euro fuer die Vollversion der PS3 werde ich nicht aus dem Geldbeutel fischen. Niemals. Im Leben nicht. Kannste hacken. Kannste vergessen. Kannste meinetwegen auch alles gleichzeitig tun.

Nokia
Haha. Okay – der war schlecht.
Microsoft
Habe ich das letzte Mal noch ueber Microsoft geschimpft und die Frage nach der Daseinsberechtigung dieser Konsole gestellt, eruebrigt sich das ganze dieses Jahr. PS3 hat es sich im wahrsten Sinne des Wortes verspielt – und da darf nun Microsoft heldenhaft die Luecke fuellen: Die 360 bietet einen grandiosen Online-Service und ist fuer mich die Zweitkonsole nach Wii – ich bin naemlich auch ein Stueck Grafikhure und da bietet mir Microsofts Monster inzwischen genug Inhalte. Abgesehen davon, dass die meisten „Next-Generation“-Spiele (nicht Nintendos „New“ Generation, meine Herren!) fuer PS3 und 360 erscheinen. Da hat also Sony keinen grossen Vorteil.
Und jetzt wird es logisch: Die 360 wird meine Zweitkonsole – wird also nach dem Wii gekauft. Und das bedeutet: Bis dahin wird das Teil mit Sicherheit noch guenstiger zu haben sein. (Und vielleicht kriegen sie den Power-Adapter bis dahin auch kleiner…) Was will ich mehr? Ich bin ein gluecklicher Mensch mit zwei Konsolen und fuehle mich nicht mal schlecht dabei, Sony komplett zu ignorieren. Klasse! (Los, redet mir schon ein schlechtes Gewissen ein, damit es mir wieder schlecht geht!)

Nintendo
Alle Firmen sind total aus dem Haeuschen und freuen sich mit Nintendo. Ach, wie toll doch Wii ist. Ach, wie innovativ das ganze doch ist. Ach, ach und Himmelhochach!
Ist ja alles schoen und gut: Dann fangt doch mal an, etwas dafuer zu machen! Molyneux hat vor Kurzem auch den Wii grossartig gelobt – und ist jetzt bei Microsoft, um seine Fable-Trilogie fertigzustellen. (Haha. Ja, ich weiss, „fertigstellen“ hoert sich im Zusammenhang mit Molyneux sehr lustig an. Was ist nochmal B.C.?) Und auch Epics Mark Rein hat versprochen, sich das Ding mal genauer anzuschauen. Aber das auch nur, weil er zuvor Wii ganz boese gebashed hat und dafuer von den Nintendo-Fans die Fresse poliert bekam. Da hat die arme Sau nachgegeben. Tief in seinem Herzen ist er jedoch weiterhin skeptisch.

Und auch ich bin skeptisch. Das liegt daran, dass Wii (man stelle den fehlenden Artikel fest!) nun mal eine Konsole zum Ausprobieren ist. Ich habe immer noch keine Ahnung, wie sich Tennis spielen wird und ob man das auch spielen kann, wenn ich gemuetlich auf der Couch sitze. Ich verstehe auch noch nicht, wie das mit den Ego-Shootern funktioniert, wenn der Controller mal ausserhalb des Bildschirms zielt. Ich habe eigentlich verflucht viele Fragen. Zu viele im Grunde genommen, um sich des Kaufes schon sicher zu sein.
Und hier kommt mein Fan-Herz ins Spiel: Ich vertraue dieser Firma. Sie werden mit Wii keinen Mist bauen und die eigenen Franchises werden sicher grossartig auf die neue Konsole gebracht. Die ersten Erfahrungen mit Wii sind sicher gespalten – aber der Grossteil freut sich schon auf die Veroeffentlichung und auf die Antwort auf die grosse Frage: Wird sich Nintendo gegen die Konkurrenz behaupten koennen? (Hier pathetische Musik einspielen!)

Klar, man will in dem Konsolenkampf dieses Mal nicht aktiv mitmachen, weil Wii eben eine ganz andere Zielgruppe im Visier hat. Aber ich verwette mein Repertoire an Kutaragi-Witzen darauf, dass Nintendo bei Erfolg auf der naechsten E3 Folien mit Vergleichen zwischen Wii, 360 und PS3 zeigen wird.

Und bei aller Innovation: So laeuft das nun mal.

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