Mixtape #3

Schau an, wer von den Toten wiederauferstanden ist. Nein, dieser Blog ist nicht gemeint, sondern das G.T.A.-Mixtape! Der treue Leser wird sich daran erinnern, dass als Muxtape noch nicht von der Musikindustrie dicht gemacht wurde, es schon einmal zwei Sammlungen voll mit Videospiel-Soundtracks, spiele-inspirierten Songs und heißen Chiptunes gab. Doch dank 8tracks gibt’s nun endlich wieder Mixtapes von eurem liebsten Spielblog. Zwei Nachteile hat der Service aber: Es wird keine Trackliste angezeigt und beim zweiten Hören wird die Reihenfolge durcheinander geworfen.
Aw, fuck it, hauptsache wieder Mixtapes.

Grind That Authority Mixtape #3

1. 6955One
Viel zu lange warte ich schon auf FEZ, dieses bezaubernde Jump’n'Run mit der 2D/3D-Mechanik. Hoffentlich kommt es dieses Jahr endlich raus, die Musik aus dem ersten Trailer verfolgt mich schließlich noch immer.

2. BeckBad Cartridge (E-Pro)
Beck Hansen hatte 2005 eine kleine EP names „Gameboy Variations“ rausgebracht, auf dem Songs aus seinem Album „Guero“ als Chiptunes geremixt wurden. Einer der Remixer war Paza Rahm, der aus Becks rockigen „E-Pro“ (tolles Video übrigens mit 3D-Vektorgrafiken) durch den 8-Bit-Soundchip jagte.

3. DubmoodSilent Shout
Dubmood aus Schweden nimmt sich „Silent Shout“ von seinen Landsleuten The Knife an, fügt ein paar kräftige Beats hinzu und jagt es ebenso durch den 8-Bit-Soundchip. Geil!
Ist übrigens Teil eines The-Knife-Chiptunes-Cover-Samplers des Netlabels Data Airlines.

4. DealershipForest
Dealership ist eine amerikanische Indie-Rock-Band, die schon seit 1995 besteht. Das bekannteste Mitglied ist Jane Pinckard, die damals mit ihren Blog Game Girl Advance als Inspiration für G.T.A. diente und auch sonst eine Tausendsassa in der Spielebranche ist.
„Forest“ ist eine Hommage  an Ocarina of Time und hatte später noch ein tolles Video mit NES-Farbpalette und -Auflösung von Aaron Novak spendiert bekommen. Ansehen!

5. glomagTiere necken mit langen Stecken
Wie bitte? Wir sollen Tiere mit langen Stöcken necken? Spricht da etwa seine Nebentätigkeit als Damian Lacedaemion in This Spartan Life? Ist es ein Trauma aus dem Deutschkurs an der Highschool? Oder hat er einfach zu viel Zeit mit den Eagles im Hotel California verbracht? Vielleicht macht das ganze im Zusammenhang auf „DaMaGe“ mehr Sinn? Fragen über Fragen…

6. HayzeeMario vs Megaman / Fanfare
Der niederländische Hayzee nimmt sich auf  „Press Start“ diverser 8-Bit-Melodien an und peppt sie mit dicken Hip-Hop-Bass auf. So wird aus Marios Röhrensound das nächste Instrumental für deine jämmerlichen Versuche als Rapper. (Oh, das hatte ich auch auf Superlevel.)

7. Simon ViklundHeat Wave
Ursprünglich war der Download-Titel und Remake des 88er NES-Spiels Bionic Commando, „Bionic Commando Rearmed“, nur als Tie-In für die viel größere und teuerere Next-Gen-Fortsetzung „Bionic Commando“ von 2009 gedacht. Doch wie das Schicksal es wollte, blieb der große Bruder wie Blei im Regal liegen und „Rearmed“ verkaufte sich wie geschnitten Brot. Schuld daran kann man unter anderem den exzellenten House-Soundtrack von Simon Viklund geben, der sich an Melodien des Originals orientierte. Rearmed war schließlich so erfolgreich, dass es demnächst eine Fortsetzung gibt – natürlich wieder mit Musik von Simon Viklund.

8. Jan Delay f/ Sam Semilia – An die Bürger von Konsolien
Jan Eißfeldt und Samy Deluxe beschwerten sich 2001 auf „Searching for the Jan Soul Rebels“ über die ganzen zockenden Stubenhocker. Nicht nur, dass ich mir beim Hören mein fortgeschrittenes Alter bewußt wird (Memory Card! Lara Croft!), ich frage mich auch ob die beiden das damals auch ernst meinten. Wenigstens ist daraus ein netter Song geworden.

9. Tomáš DvořákThe Sea
Machinarium war nicht nur eines der hübschesten Spiele 2009, es hatte sogar einen der besten Soundtracks aus diesem Jahr. Die verträumten und manchmal surrealen Klänge, die Tomáš Dvořák schon bei Samorost anwendete, kehrten bei diesen Roboter-Adventure wieder zurück. Zwar ist „The Sea“ nicht dabei, aber mit der Machinarium Bonus EP kann man ebenso die Ohren verwöhnen.

10. Hellostereo! – Digital Love
Zum Abschluß gibt’s digitale Liebe von Daft Punk. Das Chiptunes-Projekt mit Coverversionen von den beiden House-Franzosen hatten wir ja hier schon einmal erwähnt,  doch leider wurde „Da Chip“ mittlerweile von der Seite wieder runtergenommen. Wer’s dennoch haben möchte, kann’s ja hier und hier probieren.

(Foto von Christian Bryan)

Das letzte Item, Flummi-Spiele und Maschinenanarchie

TEIL 3 // Als nunmehr fast schon Nichtspieler habe ich in letzter Zeit mehr Spiele angespielt als durchgespielt. Manche habe ich auch nur liegengelassen, weil sie mich frustriert haben, andere fand ich einfach nur schlecht, die meisten empfand ich jedoch einfach nicht als interessant genug. Ein kurzer Einblick in ein Lebens des Aufgebens.

Metroid Prime 3: Corruption
Ich habe das Spiel in meiner kurzen Kritik sehr gelobt und im Grunde genommen ändert sich daran auch nichts. Der Grund, warum ich Corruption nicht durchgespielt habe, ist ein ganz einfacher: Ich hatte 99% aller Items in meinem Inventar und wollte nicht zum Endgegner, bis ich auch das letzte gefunden hatte. Metroid Prime 3 ist bei aller Liebe kein schweres Spiel und um Welten einfacher als beide Vorgänger. Es artete aber nach mehr als zweistündiger Suche in Arbeit aus und wenn es etwas gibt, was ich nicht will, wenn ich spiele, ist es arbeiten. Das war der Grund, warum ich Corruption in den Schrank verbannt und letztlich auch verkauft habe. Das Savegame ruht noch auf meiner SD-Card, in der Hoffnung, in ein paar Jahren bereit dafür zu sein, zu suchen, was ich nicht finden muss.

No More Heroes
Ich hasse es, wenn Entwickler nicht wissen, was Balance bedeutet. Es kann nicht sein, dass der Schwierigkeitsgrad eines Spiels ausgerechnet beim allerletzten Endgegner so dramatisch ansteigt. Vorher gibt es ein Kampf-Festival par exellence, geschmeidig prügelt man sich von Level zu Level, bis der allerletzte Obermotz so frustrierend wird, dass der Spaß an der Einfachheit verfliegt. Herausforderungen in allen Ehren: Man sollte schon konsequent bleiben. Entweder Ninja Gaiden bis zum bitteren Ende oder gar nicht. Verkauft habe ich No More Heroes aber noch nicht – es wartet nur darauf, bis ich wieder Lust darauf bekomme, sehr oft zu sterben und das Spiel nur zu meiner eigenen Befriedigung durchzuspielen. Die Kaufempfehlung gilt aber weiterhin: Nicht alle sind so zarte Seelen wie ich. Das ist erschreckend. Früher habe ich noch viel mehr Frust ausgehalten, bevor ich keine Lust mehr bekam.

Mech Warrior 4: Vengeance
Fünf Deutsche Mark habe ich damals für dieses Spiel in der Originalverpackung auf den Tisch meiner örtlichen Videothek gelegt. Ich interessiere mich für diese ganzen Michael-Bay-esquen Explosions-Maschinenfantasien eigentlich überhaupt nicht, aber irgendwie wirkte das Cover so spannend, dass ich es aus dem Impuls heraus gekauft habe. Im Grunde genommen wurde ich auch nicht enttäuscht, weil ich die eine oder andere Stunde Spaß aus meinem PC saugen konnte. Nur als es dann irgendwann Zeit wurde, das Szenario und die Strategien hinterm Ballern ernstzunehmen, verflog meine Lust an den Maschinen in Nullkommanix. Es war mir zu langsam, es wurde mir zu unübersichtlich, es konnte einfach keine Begeisterung in mir auslösen. Seitdem hege ich zwar keinen Hass gegen riesige Maschinen, kann aber auch die kindliche Freude vieler Menschen an ihnen nicht verstehen. Vor allem als das Internet im Transformers-Hype den Verstand verloren hatte, schüttelte ich nur ungläubig meinen Kopf. Auf der anderen Seite ging es anderen in meinem Umfeld wohl nicht anders, ich im Pokémon-Fieber war…

Spielergemeinschaft 2.0

Hach, ich freue mich schon auf den Tag an dem der ganze „Web 2.0″-Hype, wie einst die „Dot Com“-Blase, in die Luft fliegen wird. Dann werden die ganzen kleinen Flickr-, YouTube-, MySpace- und Facebook-Klone merken, dass man Aktien und Google Ads nicht essen kann. Einige werden überleben, ein paar Jahre das Internet beherrschen, um dann von neuen Start Ups wieder vom Markt gekickt zu werden.
Meh, ich werde pessimistisch, schweife ab und komm nicht auf den Punkt. Zwischen den ganzen 2.0-Dingsbums-Plattformen sind speziell für Spieler entwickelte Online-Communities rar gesät. G.T.A. stellt drei vor.

Steam Community
Der Name: Keine Experimente, keine Anbiederungen, kein „Steamr“, kein „Steamoo“, einfach nur ein „Steam“ mit „Community“. Schön.

Das Design: Typisch Valve lässig eben. Im Grunde genommen das gleiche, etwas dunkle Design mit den Querstreifen wie im Steam Shop (vor dem Redesign), aber trotzdem gutaussehend. Es gibt Seiten, die sehen viel schlimmer aus als das.

Der Kern: Steam kann man ruhigen Gewissens als das „iTunes für Spieler“ bezeichnen, welches Gametap ja so gerne wäre. Take-Two (Rockstar Games), THQ, Activision, Ubisoft, Eidos, Sega, id Software, Epic Games, Codemasters etc., all die großen und kleinen Publisher und Entwickler sind mit dabei und sorgen dafür, dass man auch abseits von Valves eigenen Spielen ordentlich was zum Zocken bekommt.
Um die Steam Community selber anständig nutzen zu können, muss man den Steam Client runterladen und natürlich auch das ein oder andere Spiel im besagten Shop kaufen. Man kann seine eigenen Gruppen kreieren (wie die fantastische G.T.A.-Gruppe, der ihr alle beitreten solltet), dort Events organisieren oder Ankündigen rausposaunen. Auch schön bei Steam: Anstatt verzweifelt nach dem gleichen Server zu suchen auf dem deine Multiplayer-Buddies sind, kann man sich einfach automatisch einklinken lassen.
Jedoch ist erst durch die Orange Box und Steamworks die Steam Community aber so richtig nützlich geworden. Ähnlich wie bei Xbox Live gibt es bei Steamworks-Spielen Statistiken und Achievements (Erfolge), welche auch gerne zu sinnbefreiten, aber lustigen Fleißarbeiten führen, wie zum Beispiel irgendwelche Gartenzwerg durch Episode Two zu schleppen.

weplaythis
Der Name: „wirspielendas“ – Fast schon genial, würde ich sagen.

Das Design: Fantastisch! Minimalistisch und auch verspielt – genau so, wie ich es mag! Für mich persönlich eine der hübschesten Seiten im Netz überhaupt. Wenn bloß alle Webseiten so aussehen würden…

Der Kern: Wenn es eine Webseite gibt, die sich zurecht Spieler-Community nennen darf, dann ist das weplaythis. Natürlich kann man sich wieder in Gruppen organisieren und kriegt, wie bei fast jeder Web2.0-Anwendung, einen nutzlosen Blog hinterhergeschmissen. Was jedoch weplaythis so besonders macht, ist die Möglichkeit auch seinen eigenen Spielplatz vorzustellen (Erinnert ein wenig an die Zockerbuden-Leserfotos aus Maniac & Co.), seinen Account mit Flickr und der eher unbekannten Twitter-Alternative Pownce zu verbinden und (mit Unterstützung von MobyGames) in einer hübschen Umgebung seine Spielesammlung zu präsentieren (Regale!).
weplaythis ist übrigens ein deutsches Projekt. Die drei Macher Christian, Gilbert und Simon mischen fleißig in der Community mit und werkeln kontinuierlich an weplaythis.

Leider befindet sich weplaythis noch in der geschlossenen Beta und ist nur über Einladungen betretbar. Ich selber hab noch ein paar übrig – Will jemand haben?

[ursprünglich im Wonderlandblog gefunden]

GEEMAG.TV
Der Name: Verrät alles was man wissen muss:
„GEEMAG“ – hier geht’s um unser Lieblingsmagazin, die GEE;
„.TV“ – Fernsehen bzw. Video, ergo ein Videoportal der GEE, ein YouTube für Spieler (Da freut sich das Inselreich Tuvalu mal wieder.).
Wenn man die GEE nicht kennt, klingt der Name sogar recht webzwopunktnullig: „Dschimägtivi“, also: saublöd.

Das Design: Schrecklich, ein fürchterliches Look & Feel. Ich hatte ja noch gehofft, das dieser gelb-schwarz-weiße Bullshit umrandet von nervigen Werbebannern, relativ schnell durch ein anständiges Design ersetzt werden würde, aber bis jetzt wurde seit dem Launch so gut wie nichts an GEEMAG.TV getan.

Der Kern: GEEMAG.TV ist tot. Ich hatte wirklich gehofft, dass sich das Portal als Alternative zu YouTube, dem GameTrailers.com-User-Bereich, GameVideos.com und Gameklip.net positionieren kann, zumindest sogar das führende Gaming-Video-Portal im deutschprachigen Bereich werden könnte, aber der Markt ist einfach übersättigt mit diesen ganzen Kram. Da die GEE-Redaktion auf GEEMAG.TV auch keine Userbindung betreibt (Ein Entwicklerblog / die Redakteure laden ihre eigenen Videos hoch / kommentieren auf anderen Videos, also, im Grunde genommen alles was zum Beispiel Vimeo richtig macht) und die Seite immer mehr sich selbst überläßt, muss GEEMAG.TV dafür nun die Rechnung tragen: Der einzige noch aktive User, der regelmäßig Videos hochlädt, ist „Geemag“, eben der Accout der GEE-Redaktion. Der Rest der Welt interressiert sich nicht mehr für die Seite und ist längst weitergezogen zu besseren Alternativen.

Mixtape #2 / Drei Jahre G.T.A.

Drei Jahre, Baby. Drei Jahre Grind That Authority.

Drei Jahre in denen viele Spiele-Blogs leider gegangen sind. Bye bye, Konsolenblog.de. Bye bye, Gamequickie. Bye bye, d-frag?
Doch G.T.A. ist immer noch da und wird euch wie Rick Astley niemals aufgeben.

Drei Jahre in denen viele neue Spiele-Blogs entstanden sind.
Hallo, These Nerds Are Made For Zockin’! Hallo, Vier Fäuste! Hallo, Kollisionsabfrage! Hallo, Arkion! Hallo, endoflevelboss! Hallo, Wasted Time! Hallo, Nille! Hallo, Polyneux! Hallo, Magaziniac! Hallo, ihr vielen anderen Blogs, die ihr mir gerade nicht einfallen wollt! (Kein Hallo zu EA Play, trotz der tollen Menschen, die dort bloggen und kein Hallo zu Kantenflimmern, da, ach, lassen wir das…) Ich fühl mich da manchmal schon fast wie James Murphy:

The kids are coming up from behind.
I’m losing my edge.
I’m losing my edge to the kids from France and from London.
But I was there.

I was there in 1968.
I was there at the first Can show in Cologne.
I’m losing my edge.
I’m losing my edge to the kids whose footsteps I hear when they get on the decks.
I’m losing my edge to the Internet seekers who can tell me every member of every good group from 1962 to 1978.
(„Losing My Edge“, LCD Soundsystem)

Zur Feier des Tages gibt es heute den zweiten Teil des G.T.A.-Mixtapes.
Wer in Firefox Probleme mit Muxtape hat, dem muss ich wohl oder übel empfehlen für unsere kleine Ansammlung von Videospiel-Soundtracks, Spiele inspirierten/interpretierten Songs und schnuckeligen Chiptunes den Browser zu wechseln: Ausnahmsweise macht der Internet Explorer mal keine Mucken und in Safari sieht Muxtape eigentlich ganz schick aus.
Wer die Songs selber auf dem heimischen Rechner haben möchte… Ähm… Kann sein, dass der Eay da was angedeutet hat…

Grind That Authority Mixtape #2

1. Kate Nash – Play
Das konnte ich mir jetzt einfach nicht verkneifen. Zu reizvoll war die (wohl leider nicht zutreffende) Vorstellung, dass die süße Kate Nash in diesem Lied ihren geliebten Famicom besingt, um es nicht als Einstieg in dieses Mixtape zu verwenden. Für eventuell verursachte Kalauer-Schäden entschuldige ich mich, harhar!

2. 8bit bEttyAnd I Know That You’re Happy (Ballad of The Lonesome Spaceboy)
Liebe Musikredateure, die ihr behauptet, dass Chiptunes doch nur hässliche Blib-Biep-Biep-Musik sei und sogar noch schlimmer als Techno von Scooter wäre: Diese sanften Klängen von 8bit bEtty beweisen euch das Gegenteil, ihr Deppen.

3. Slo-Mo – Boy From The City
„Boy From The City“ is a track with an intro and outro from Iggy Pop. It’s make him real cool, real interesting.
*räusper*
Wir können uns ja alle darüber einig sein, dass „DRIV3R“ ein grottenschlechtes Spiel war, das am Besten niemals das Licht der Welt erblickt hätte und dessen Verkäufe nur durch die gigantische Werbekampagne (samt zugegeben sehr coolen Kurzfilm) und den damals wahrscheinlich geschmierten Waschmaschinen-Testern der GamePro & Co. zustande gekommen sind. Doch so sehr das Spiel ein beschissener, bug-verseuchter GTA-Klon aus der Hölle war, ist der Soundtrack ein Meisterwerk an einen Sampler, auf dem Iggy Pop sogar noch den Radiomoderator spielt. Schon seit Jahren landet der Driv3r-Soundtrack immer wieder in meinen CD-Player und noch nie bin ich an „Boy From The City“ vorbeigekommen ohne die Lautsprecher aufzudrehen. Über die Band selber findet man heutzutage so gut wie gar nichts mehr, da sie sich mittlerweile wohl aufgelöst hat.

4. BacalaoDie Roboter (The Robots)
Fragt mich nicht, wer Bacalao ist. Fragt mich jedoch nach „8-Bit operators“ und mein Fanboy-Herz schlägt plötzlich 10 mal schneller*. 8-Bit Operators ist ein Kraftwerk-Tribut von meist mehr, meist weniger bekannten Chiptunes-Künstlern, die Klassiker wie „Das Model/The Model“, „Taschenrechner/Pocket Calculator“ oder „Computerliebe/Computer Love“ auf alten Konsolen und Gameboys spielen. Wer wie ich Chiptunes und Kraftwerk gleichermaßen liebt, sollte sich diese Platte kaufen, die mit Glück vielleicht sogar noch im regulären Einzelhandel zu finden ist.

5. David Arkenstone - Duke Nukem Forever E3 2001 Video Theme
Ist es tatsächlich fast schon sieben Jahre her, als der Duke 2001 auf der E3 mit einem Karacho-Trailer und einer bombastisch aufgeblasenen Orchester-Version seiner Titelmelodie, die Spielergemeinde in Ekstase versetzte? Ja, ist es. Und jetzt beeil dich endlich mal, 3D Realms.

6. Glomag – Question Mark Glomag Remix
Chris Burke ist als „Damian Lacedaemion“ nicht nur Moderator der Machinima-Show „This Spartan Life“, sondern auch als „Glomag“ ein bekannter Chiptunes-Musiker. In diesem Stück remixt er „Question Mark“ vom mexikanischen, 2002 verstorbenen Lounge-Musiker Esquivel!. Das Original ist hier zu finden und ich empfehle euch auch gleich in das restliche Album reinzuhören.

7. Jonathan CoultonRe: Your Brains
Man sagt, Zombies sind des Videospielers liebste Gegner. Und ihr solltet alle mal anfangen, Jonathan Coulton zu hören. ’nuff said!

8. Greenskeepers – Vagabond
Mein allerliebster Song aus „The Music of Grand Theft Auto IV“ und – ähnlich wie beim oben erwähnten „Boy From The City“ – muss ich jedes Mal die Anlage hochdrehen, wenn der Song in GTA IV läuft. Das Leben ist schön!

9. Cocoa Brovaz – Super Brooklyn
Eigentlich hatte ich damals auf Elbo.ws nach einem MP3 des Super Mario Themas gesucht, jedoch fand ich dieses Lied hier, den „Super Mario Bros Mix“ von DJ Clue, der klang, als hätte man ihn recht unglücklich aus einen DJ-Mix geschnitten. Eine Google-Suche ergab, dass dieser Rap auf die Super-Mario-Melodie in Wirklichkeit „Super Brooklyn“ von den Cocoa Brovaz ist. Kommen die Mario-Brüder denn nicht selber aus Brooklyn?

10. LCD Soundsystem – Get Innocous!
„Get Innocuous“ von LCD Soundsystem schallt durch die Boxen, langsam laufen die Credits über den Bildschirm und zäh schwenkt die Kamera über die Skyline von Liberty City. 61 Tage habe ich in dieser sündigen Stadt verbracht. 28 Stunden in meinem realen unkriminellen Leben. Ich habe gemordet, geraubt und unschöne Entscheidungen getroffen und immer war ich es, der den Abzug betätigt hat. Für mich war es ein leichtes tippen auf die Schultertaste des Controllers, für Niko Bellic eine weitere Kerbe in seiner Seele. (Daniel, Polyneux)
Radio Broker ist sowas von meine Lieblingsstation.

11. Katamari Damacy Main Theme
Na nanananaNANA na Katamaric Da-ma-CYYY! Wenn dieser Song euch nicht fröhlich macht, dann weiß ich auch nicht.

12. Reachground – Now You’re A Hero
You burned the rope, hast den Endgegner besiegt und das Spiel durchgespielt. Herzlichen Glückwunsch dir selbst! Was machst du jetzt?

*Fragt mich also nicht so oft, sonst gehe ich noch an einen Herzinfarkt ein.

Niko & ich. Das G.T.A.-GTA IV-Tagebuch.

26. Oktober 2004
Mein Kumpel Florian und ich grasen verzweifelt die Elektromärkte der Umgebung ab, um noch ein Exemplar von „GTA: San Andreas“ abgreifen zu können, doch überall scheint es schon ausverkauft zu sein – Hätten wir bloß vorbestellt! Verzweifelt wie wir sind, werden wir schließlich überraschend im Real fündig und tragen unsere Beute mit stolzgeschwellter Brust wie Könige nach Hause zu Florians PS2. Und dann zocken wir bei ihm, zocken die ganze Nacht. Immer abwechselnd; wer stirbt, muss den Controller weitergeben. Dann wird die Tage darauf weitergezockt, nach der Schule besuche ich ihn regelmäßig, da ich oller PC’ler keine PlayStation 2 besitze. Aber durchgespielt haben wir San Andreas bis heute noch nicht, es gab ja immer so viel abseits der Hauptmissionen zu tun…

29. April 2008
Auf der Arbeit ziehe ich ein langes Gesicht. Ich konnte zwar meinen Chef überreden mein Gehalt ein paar Tage vorher zu überweisen, aber das Geld wird erst in einigen Tagen auf meinen Konto landen. Ergo kein GTA IV für mich, während das halbe Internet kein anderes Thema kennt. Miesepetrig bastel ich die vierte Folge von „Aus dem Leben eines Nerds“ zusammen, als mein Chef mir über die Schulter blickt. Auf seiner Nachfrage erzähle ich ihm, was denn so toll an GTA sei. Er sagt, dass es ihm leid tue, aber er könne die Banken ja auch nicht antreiben.
Am Nachmittag – ich will gerade Feierabend machen – drückt mir mein Chef mit einen verschmitzten Grinsen 100€ in die Hand und sagt mit einen Augenzwinkern, dass man den Betrag ja irgendwie wieder abrechnen kann und ich morgen bitte doch nicht zu spät kommen würde, auch wenn ich die halben Nacht durchgezocken würde. Überglücklich bedanke ich mich überschwenglich bei meinen Chef, verspreche ihm Kuchen, Ruhm und nackte Frauen und renne schneller wie der Blitz zum nächsten Spielehändler. (Geschichte verkürzt und etwas abgeändert dargestellt, aber ihr erkennt den Kern dahinter. Ich hab den wohl coolsten Chef der Welt!!!! Danke, Cheffe!)

Hier bin ich also, konnte mir sogar noch die Special Edition ergattern und bin vom Zusatzkram Tasche, Artbook, Schlüsselkasten und Schlüsselanhänger (abgesehen von innerlich schnieken, aber äußerlich lasch verpackten Soundtrack) gerade sehr beeindruckt. Ich verzieh mich dann mal nach Liberty City, man sieht sich morgen.

(Ja, ich gib’s zu, die Idee ist von der aktuellen GEE inspiriert. Anstatt jedoch ein Tagebuch aus der Sicht Nikos zu schreiben, wird es hier um meine „eigenen“ Erlebnisse in Liberty City gehen.)

Mixtape #1

Musik-Kassetten, diese komischen Plastik-Dinger mit den zwei Löchern in der Mitte und dem Magnetband im Inneren, sind heutzutage so gut wie ausgestorben, selbst in der Hörspiel-Abteilung im Kaufhaus wurden Sie von den CDs verdrängt. Wenn man heutzutage dem Liebsten oder der Liebsten ein paar Songs schenken will, dann landen Sie auf einem USB-Stick, auf einer selbstgebrannten CD (Immerhin!) oder werden gleich online verschickt.

Da man jetzt bei Muxtape online sein eigenes Mixtape gestalten und es mit der ganzen Welt teilen kann, möchte ich dir, lieber Leser, eines schenken, voll mit Liedern aus Videospielen, spiele-inspirierten Songs und heißen Chiptunes. Freude! (Pausiert wird über die Enter-Taste.)

Grind That Authority Mixtape #1

1. Porno Porkchopiminurbasekillenurd00dzlolnubz
Do a Barrel Roll! A Barrel Roll? Yeah, a Barrel Roll!
Ein Song, der von der Barrel Roll aus „Lylat Wars“ handelt, herrlich! Von Porno Porkchop sollte man sich auch „Metro City Ransom“ (Video hier, MP3 dort) anhören, in dem von Haggar erzählt wird, dem Gangster vermöbelnden Bürgermeister aus „Final Fight“.

2. Valve – Rocket Jump Waltz
Mein allerliebster Song aus „Team Fortress 2″ und dem „Orange Box“-Soundtrack, versteckt natürlich in Audiosurf.

3. Pornophonique1/2 Player Game
Pornophonique fragen: Ist das Leben ein Multiplayer-Spiel oder eine Solo-Kampagne?

4. Trufilla – tetteiru egao aishiteru ..[ae7]
Eine süße Spanierin macht süße Chiptunes. Da verzeih‘ ich ihr gerne, dass sie bei EA ihre Brötchen verdient.

5. Monkey Island – A Pirate I Was Meant To Be
Haarrrrr!

6. RandomSearching For Atlantis
Ein geiler Chiptune, zu dem schon die Solid Gold Elite Dancers aus „This Spartan Life“ getanzt haben.

7. Cannon Fodder – Main Theme
Never been so much fun!

8. The Depreciation GuildSky Ghosts
E-Gitarren und 8-Bit, stets eine gute Mischung.

9. NullsleepBallistic Picnic
Den guten Herrn Nullschlaf hatte ich ja hier schon erwähnt und er darf auch gerne nochmal auf diesen Mixtape auftauchen, denn „Ballistic Picnic“ rockt einfach nur die Scheiße weg. 8-Bit-Massaker!

10. Chris HülsbeckTurrican II
Der Klassiker, lieben gelernt durch die zweite Staffel von Raumschiff GameStar, ernsthaft. Ich war jung und schon vom Amiga zum PC weitergezogen, ohne etwas von Turrican notiert zu haben.

11. cry.on.my.console – Superlangalang!
Super Mario Bros. Theme + „Galang“ von M.I.A. = Superber Bastard-Pop

12. Jonathan Coulton – Still Alive (J.C. Mix)
Am Ende dann „Still Alive“ aus Portal, diesmal jedoch nicht von GLaDOS, sondern von Jonathan Coulton selber gesungen. Herrn Coultons Werk abseits von Portal sollte man übrigens nicht verachten, ich empfehle „Code Monkey“, „Curl“, „Chirom Beta Prime“ und „Re: Your Brains“.

In gänzlich anderer Sache gratuliere ich den Blogkollegen Arkion, Christian, Daniel, den Vier Fäusten, Nille und den Spielern Eins bis Vier zum Start von Polyneux, welches ein bisschen so klingt als hätten Polylux und Molyneux auf dem Fahrradweg einen Unfall gebaut, und wünsche ihnen viele Seitenaufrufe, Kommentare und Blogroll-Einträge. Go go, Gaming-Blog-Super-Allstars!

[Muxtape via Mareen]

GC 07: Ein zweiter Rückblick

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Ich sitze wieder an meinen Arbeitsplatz, die Games Convention sind nur noch eine Erinnerung und extrem viele Goodies, die sich in zwei großen Plastiktaschen in meinen Zimmer stapeln. Aus irgendeinen Grund kann ich mich nicht in das Firmen-Intranet einloggen und in der IT-Abteilung hockt grad niemand. Eine gute Gelegenheit, den noch vergessenenen Rest von gestern nachzuholen:

Bestes Standpersonal
…waren die gut gelaunten Jungs vom „Team Fortress 2″-Zelt, das gleich neben dem „Halo 3″-Riesenrad stand. Fröhlich haben wir uns über die verschiedenen Klassen unterhalten, Schlüsselanhänger geschenkt bekommen und allgemein rumgescherzt. Das Spiel selber war übrigens ebenso lustig und am liebsten hätte ich den ganzen Tag Team Fortress 2 gezockt. Da wir auch noch „Portal“ am EA-Stand spielen konnten und es einen genauso guten Eindruck machte, ist die „Orange Box“ schon jetzt so gut wie gekauft.

Höchster Stand
…war das besagte „Halo 3″-Riesenrad auf dem Freigelände. Nachdem wir uns in der ellenlangen Schlange die Wartezeit mit Super Mario Bros auf dem Gameboy Micro abwechselnd rumbrachten, bestaunte man die witzigen „Halo Kitty“-Shirts vom Personal, musste man sein Gepäck da lassen, erntete Respekt vom Microsoft-Taschenbewacher für die eigene PlayStation-Tasche (Hihi) und durfte dann im Riesenrad erstmal nicht Halo 3 spielen. Tatsächlich gab’s in den Gondeln selber „nur“ einen neuen Trailer von Neill Blomkamp im Stile von „Halo: Arms Race“ und jeweils ein anderes Spiel. Zimmergenosse Fabian hatte „Mercenaries 2″, wir hatten ein Beat’em up (Vermutlich Dead Or Alive oder Virtua Fighter), das uns in den Moment, in den wir Halo 3 so nah wie noch nie zuvor waren, nicht wirklich interessiert hat. Die Fahrt selber hat nichts gebracht: Von der Gondel konnte man nur auf Brachland und grau-braune Bürogebäude sehen; viel lieber hätte ich jedoch das Messegelände gesehen. Will heßen: Das Ding stand meiner Meinung nach genau falsch rum. Aber das ist Meckern auf hohen Niveau und zudem wollen wir den Höhepunkt nicht noch weiter hinauszögern.
Schließlich konnten wir uns in eines der beiden Halo-Zelte begeben, griffen uns die Gamepads und spielten Team-Deathmacht im Splitscreen. Irgendwie war ich vom Multiplayer nicht sonderlich begeistert; es fühlt sich eher wie Halo 2.5 an. Da gefiel mir Unreal Tournament 3 am Stand von Midway besser, schon allein wegen UTs neuen Hoverboard.

Wo zur Hölle ist eigentlich mein Halo-Schlüsselband abgeblieben?

Athmosphärischter Stand
…war der Stand zu „Bioshock“, dem inoffiziellen „System Shock 2″-Nachfolger. Das fing schon im passend dekorierten Wartebereich an, in den stimmige Musik aus den 40er/50er Jahren gespielt wurde, die gut auf des Spiel vorbereitete. Im Eingangsraum gab’s ein kleines Einführungsvideo, anschließend wurde man mit den Worten „Willkommen in Rapture“ von einen Mitarbeiter durch einen kleinen Flur an einen Big Daddy vorbei in das dunkle Spielzimmer geführt. Spielbar waren, rund um einen Hotelwägelchen, die PC- und Xbox360-Versionen. Nach einiger Zeit erklang eine Sirene und mit „Schnell raus! Wasser bricht ein!“ wurde man wieder in das hektische Treiben der GC geschickt.

Stand mit den meisten Bands
…war natürlich die Mini-Bühne von „Rock Band“ auf dem Freigelände (Haha), an den man sich vorher anmelden musste, um mitspielen zu können und bei der teilweise richtiges Rockkonzert-Feeling aufkam. Rooooock!

Sinnlosester Stand
…war der Stand zum aus den Nichts aufgetauchten „Mafia II“. Es wurde nur ein vorgerendeter (!) Trailer gezeigt, den ich mir genauso gut zu Hause ansehen konnte. Das war die reinste Zeitverschwendung.

Stand mit den meisten Tischtennisbällen und Aufklebern
…war der Stand von Rockstar Games, der logischerweise die Quelle der überall zufindenden Rockstar-Aufkleber. Und Tischtennis-Bälle von „Table Tennis“ konnte man auch abgreifen.

Schlechtestes Spiel
…war auf der GC 07 meiner Meinung nach EAs „Skate“. Was ich im Bezug auf der Steuerung befürchtete, hat sich beim Ausprobieren bewahrheitet. So selten hätte ich Tricks in Tony Hawk nichtmal hinbekommen, wenn sogar meine beiden Arme eingegipst wären. Schon allein zu springen – eigentlich die Basis jedes Tricks – war eine einzige Qual. Fürch-ter-lich! EA produziert da gerade ganz große Kacke, glaubt mir.

Bestes Spiel
…war für uns „Uncharted: Drake’s Fortune“. Es war nicht nur das Spiel, mit dem wir die meiste Zeit verbracht haben bzw. verbringen konnten, es war auch das Spiel was uns am meisten Spaß gemacht hat und für das wir uns sogar extra an einen anderen Tag nochmal angestellt haben. Tolles Setting, sympathische Hauptcharaktere, tolles Geballere, Hüpfpassagen bei denen man oft genug sein Hirn anstrengen muss und es ist gerade noch so weit weg von Tomb Raider, das es nicht stinkt.

Ein Spiel, bei den ich mich sehr dumm fühlte
…war „Heavenly Sword“. In einen Kapitel konnte ich den Endboss nicht besiegen, in einen anderen verstand ich nicht, was das Spiel von mir wollte, um weiter zu kommen. Sonst ein ganz hervorragendes Spiel, obwohl es sich (laut Benjamin) genauso spielt wie „God of War“. Ach ja, außerdem ist die Protagonisten in „Heavenly Sword“ die Spielfigur mit den längsten Haaren auf der Messe gewesen, hihi.

Noch ein Spiel, das wir spielen wollten, es aber nicht mehr geschafft haben:
Rayman Raving Rabbids 2 – DAAAAAAH!

*plopp*

GC 07: Ein erster Rückblick

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Das war sie, die Games Convention 2007. Es war meine allererste GC und ich war von ihr schwer begeistert: Tolle Menschen, tolle Spiele und so viele Goodies, das wir sogar Probleme hatten, das Zeug wieder nach Hause zu bringen (Den Kram werden wir auch wieder raushauen).
So voll war sie gar nicht, wie ich sie mir vorgestellt habe; auch am Samstag, den Tag dieses Jahr mit den gefühlten meisten Besuchern; konnte man sich, trotz dem Einbahnstraßen-System, welches kurzzeitig eingeführt wurde und den 2000 neuen Besuchern, relativ schnell von der einen zur anderen Halle begeben. Das Wetter hat auch mitgespielt; Regen kam uns, wie der Wetterkanal mir unheilvoll prophezeite, nicht in die Quere. Ich muss jedoch Chris recht geben, unter dem Glasdach wurde es tatsächlich recht heiß.

Einen umfassenden Report (traditionell mit Foto-Roman) gibt es, wenn mein mitgereister Kumpel mir die Bilder und Low-Quality-Videos (!) schickt, die wir mit seiner Kamera gemacht haben. Daher hier nur ein erster Rückblick:

Enttäuschendster Stand
OmniBrain spricht die Wahrheit: Der Nintendo-Stand enttäuschte, der gigantische Sony-Stand begeisterte.
Nintendo kleidete sich dieses Jahr im schicken Weiß: Egal ob Konsolen, Schulbänke, Hängematten, Sofas, Balance-Boards oder Standpersonal, alles strahlte in der Farbe der Unschuld vor sich hin. Problem war jedoch, dass außer „Wii Fit“ keinerlei interessante Titel anspielbar waren. Es gab hauptsächlich nur den ollen Kawashima, Wii Sports, Big Motherbrain Brain Academy und ähnlichen Casual-Kram. Daher küren wir den Nintendo-Stand zum schlechtesten Stand der Messe.
Die Spiele-Flaute störte jedoch nicht die zahlreichen DS-Besitzer, die sich am Nintendo-Stand zusammenfanden, um im Multiplayer ihre Skills (oder im meinen Fall, das Fehlen selbiger) zu beweisen.

Abwechslungsreichster und gigantischter Stand
…war der Stand von Sony. Aufgeteilt in verschiedene Inseln konnte man wie auf keinen anderen Stand ausführlich Spiele ausprobieren. Das ging sogar so weit, dass wir die Demo vom tollen „Uncharted: Drake’s Fortune“ durchspielten, ohne das uns ein Sony-Mitarbeiter dabei störte (Es gab sogar Schlüsselbänder und Hilfe bei abgestürzten Konsolen).
Gut gemacht, Sony!

Bester Stand
Sorry Sony, aber der beste Stand war für uns der französische Retro-Stand in Halle 5, an den man mit allerlei alten Konsolen spielen konnte. Und zum ersten Mal habe ich REZ (auf der Dreamcast) gespielt – Saugeil! Unbedingt kaufen! (Aber das predige ich ja schon seit Jahren…) Direkt nebenan gab’s ein Museum mit so ziemlich allen Konsolen, Handheld und Spiele-Computern, die es jemals auf diesen Planeten gab. Sogar mein Mustang 9016 Telespiel Computer war da!

Zeitschriften-Stand mit dem wenigsten, anwesenden Redakteuren
…war der GEE-Stand. Da man dieses Jahr zusammen mit der Techniker Krankenkasse da war und die Redakteure von einen Termin zum anderen hetzten, waren, außer dem Praktikanten, kein einziger GEE-Mensch am Stand anwesend. Ironischerweise haben wir jedoch einen Redakteur vor unserer Jugendherberge getroffen, der jedoch schon bald zum Interview mit Gabe Newell musste. Ich hoffe, er konnte in meinen Auftrag Aufklärungsarbeit in Sachen „Black Box“ betreiben.

Spendabstler Zeitschriften-Stand
…war der Stand der empfehlenserten „Game Face“. Nicht nur die Erstausgabe haben wir bekommen; nachdem wir den Jungs erzählt haben, dass wir unsere Goodies verlosen wollen, hat man uns gleich eine ganze Pappkiste voll mit aktuellen „Game Face“-Ausgaben in die Hand gedrück. Vielen Dank, saunett von euch!

Meistgesehendster Aufkleber
…war das Logo von Rockstar Games. Egal ob am Bäumen, Straßenbahn-Türen, Menschen, anderen Ständen, Toiletten-Türen oder Vitrinen; überall klebte der kleine, orange Sticker. Rockstar bzw. Take 2 wird’s freuen; haben sie doch somit ohne ihr Zutun und dank den R*-Fans ein extremes Guerilla-Marketing betrieben. Das Ding war wirklich überall!

Schlechtester Spielepräsentator
…war der demotivierte LucasArts-Blondschopf, der die langweilligen Videos von „Fracture“ und „Star Wars: The Force Unleashed“ präsentierte. Sätze wie „Und da schmeißt unser Held eine Verformungs-Granate, um das Geschütz zu zerstören.“ „Und nun dringt er in die schwer bewachte Festung ein.“ wurden so unglaublich lustlos vorgetragen, dass wir ebenso bald die Lust verloren und nur noch aus dem Mini-Kino von LucasArts rauswollten. Wir fühlten uns, als würden wir wie 9-jährige Grundschüler behandelt. Schlimm, ganz schlimm. Ich hoffe, der Typ hat für seinen Auftritt kein Geld bekommen.

Gesehene Persönlichkeiten
Joseph D. Kucan, der den Kane in „Command & Conquer“ spielt; Mola; die nervige Alexandra Polzin, eine ehemalige „Giga Games“-Moderatorin; die Flying Steps und Spax am Sony-Stand; Gunnar Lott, den ich leider schlechte Nachrichten überbringen musste und (vermutlich) Nilz Bokelberg, der am Mittwoch am Sony-Stand, zwischen den „PlayStation Eye“-Flächen und den „Eye of Judgement“-Tischen mit seinen Laptop in den mit Kissen gefüllten Mini-Pool hockte. Und Hideo Kojima haben wir auch gesehen, yeeha!
[Mo, bist du am Fachbesuchertag mit 'nen Kamera-Stativ während der "StarCraft 2"-Präsentation am Blizzard-Stand herumgerannt?]

Getroffene Online-Menschen
Leider niemanden, wir waren dieses Jahr zu verpeilt.

Spiele, die wir noch spielen wollten, es aber nicht mehr geschafft haben
Rock Band, Sega Rally, Turok und Tony Hawk’s Proving Ground – Menno!

Beste Übernatungsmöglichkeit während der GC
…ist in der örtlichen Jugendherberge. Zwar nicht so gemutlich wie ein Hotelzimmer (Notiz an mich selbst: Nächtes Jahr Kissen mitnehmen), dafür war die Herberge während der Games Convention gefüllt mit Gamern. Vielen Dank an unsere Zimmergenossen Fabian, Timo und Bernhard, mit denen wir eine gute Zeit hatten und tiefgründige Gespräche über Spiele, WoW, Battlefield und das Leben im Allgemeinen führten. Besonderen Dank geht an die beiden bayrischen Hacker-Kids und restlichen Zimmergenossen Peter und Max und der Firma XCC-Xeocom mit deren Hilfe wir doch noch am Fachbesuchertag teilnehmen konnten. Yipeyayeh!

Wer Bilder von der GC sehen will, sollte Boris oder Flickr besuchen.

Missverstanden

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Auf dem Stand von Nintendo lagen unter anderem folgende Flyer aus:

Eigentlich für einen Englisch-Trainer für DS gedacht, verbirgt sich dahinter eine unfreiwillig komische Nachricht. Denn ich verstehe Nintendo nicht mehr. Ich habe den ganzen Messestand nicht verstanden. Umhüllt von schneeweißen Vorhängen und blauem Neonlicht dahinter wurden Wii Fit, Wii Play und Gehirnjogging präsentiert. Die Leute standen Schlange. Vielleicht war der Stand auch reine Satire, die ich nicht so richtig kapiert habe.

Was ich auch nicht verstehe: Es sind wirklich alle Käuferschichten vertreten gewesen. Opi und Omi, Mami und Papi, der Kurze, das Mädel, die Freaks, die vergebens nach Super Mario Galaxy suchten. Als wir dann an einer der Schuhlbänke warteten, bis ein Gehirnjogging-DS zum anzocken freiwurde, saß da so ein Pseudo-HipHop-Kid mit Kopftuch, breiten Hosen und Klunkern um den Hals und konnte einfach nicht aufhören sein Gehirn zu joggen. Zwischendurch gab er in die Highscoretabelle irgendwas mit Sido ein, zockte dann aber weiter. An seinen DS kamen wir an dem Tag nicht mehr.

Trotzdem gelang noch ein kurzer Probezock, der aber auch in Unverständnis endete. Ich ließ mein geistiges Alter von so einer weißen DSlite-Kiste ermitteln. Es folgte dieser bekannte Test, wo die Wörter „Schwarz“, „Gelb“, „Blau“ und „Rot“ in verschiedenen Farben auftauchten und man die Farbe (also nicht das Wort) ins Micro sprechen musste. Zuvor wurde man noch davor gewarnt, dass es zu Verständnisschweirigkeiten kommen kann, wenn man „im Alltag kein Deutsch spricht“. Und tatsächlich – bei allen Bemühungen hatte das Gerät doch tatsächlich etwas gegen meine oberschwäbische Zunge einzuwenden.

Bei all den Missverständnissen – ich werde nicht vergessen, wie viel Spaß ich in der Vergangenheit an SNES, GameCube, GBA und co. mit diversen Nintendo-Highlights hatte. Hoffentlich wird diese Zeit wiederkommen.

Fanboy

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Im Ernst – ich werde echt noch zum Playstation-Fanboy. Denn der Sony-Stand auf der Games Convention ist objektiv gesehen schlichtweg der beste der diesjährigen Messe. Schön unterteilt in einzele Themen- und Plattform-Areas, mit coolem Personal, extrem vielen Displays und PSPs und so wahnwitzigen Ideen wie den acht Toiletten mit WipEout HD davor.

In einem schwarzen Bereich gab es härtere Dinge wie Heavenly Sword, Resistance, God of War: Chains of Olympus, Warhawk und dergleichen, der Familybereich präsentierte EyeToy-Spielereien, auf der Showbühne gabs Aggro-Performances und Singstar zu sehen, im Military-Bereich konnte man hinter einem Netz TimeCrisis 4 anzocken und am PSP-St(r)and neue und etwas ältere Handheld-Highlights vor einer riesigen Videowand spielen.

Gegen das weiß-weiße Gedruckse von Nintendo und den selben Microsoft-Stand wie 2006 sieht Sony wie der Gewinner der „Großen“ auf der GC 2007 aus.

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