Weise Worte

Eskil Steenberg, Entwickler von „Love“, spricht (wieder) weise Worte und behandelt das Thema virtuelle Gewalt:

Have you ever seen a real street fight? The sound of fists hitting flesh is eerily muted. You are immediately struck by how its nothing like in a video game or a film. Have you ever been present when some one dies? Have you ever been in the same room as a relative who just passed away? You may have waded your way through mountains of rag-dolled bodies in games, but It wont have prepared you one bit.

Über American McGee kommt folgendes Zitat aus einer Buchkritik zu „Extra Lives“ von Tom Bissel:

If photographs are “experience captured,” in Susan Sontag’s phrase, then video games are experience created. The medium can be so engaging, so addictive — Bissell compares playing games to his time using cocaine — that many game makers get away with fiction that makes Stephenie Meyer “look like Ibsen.” A novel or a movie that is poorly written is relatively easy to abandon. Well-designed games that feature bad writing “do not have this problem,” Bissell notes. “Or rather, their problem is not having this problem.”

Und wer richtig viele weise Worte zum Thema Videospiele lesen möchte, kann seit neuesten „This Gaming Life“ von Jim Rossignol nun auch online lesen.

(Foto von Noah Kalina.)

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    Zum ersten Zitat: Einer hat mal gesagt, was seien schon seine Reisen durch China, gegen die unsicheren, tastenden Bewegungen, nachts, auf der Suche nach einem Glas Wasser.

    Das Gefühl, stets Herr zu sein, stets den Kick zu haben, die Rückaufnahme von Seretonin zu verhindern. Aber nichts, kein Feldzug in Starcraft 2, kein beender CoD Level, bereitet uns in der Virtualität auf nur das lästige Summen einer Stubenfliege in der Realität vor.
    Immer noch schreien und meckern wir wie der Primat von einst.

    Dank Internet, Spielen und anderem sind wir konditioniert, durch die Gaukelei der Realität hindurchzuschauen, wie durch die Neulackierung eines Unfallautos.

    Zum zweiten Zitat: Keiner kann Erfahrungen fangen. Nur das Licht, dass auf etwas fällt. Mehr Wahrheit ist da nicht. Ein Videospiel ist ein Käfig mit Erfahrungspotentialen, die aber ein Limit haben, aufgrund des Sourcecodes. Es sind virtuelle Erfahrungen. Und da haben wir aufgrund der Kokain-Analogie auch wieder das Seretonin. Und sind wieder beim ersten Zitat:

    Die Realität bietet nicht die gewünschten Knalleffekte, die unserem Herrschaftstrieb entsprechen, die Virtualität bietet dies, bleibt aber Simulation - nichts ist gewonnen. Also begehen wir den Weg der besseren Kosmetik der Täuschung (Grafik, HD, Kinect), wodurch wir aber einen immer hyperrealeren Anspruch an die Realität selbst bekommen (”The sound of fists hitting flesh”), den die Realät aber nicht bietet. Also müssen beide vermengt werden. Das ist bei der Kommunikation schon so, und bald auch im Denken. Und Denken ist ja teils virtuell, wie ich finde.

    Mikkai

  2. Gravatar

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