Spieler und Nichtspieler

Kommen wir zur Abwechslung mal wieder zum Lieblingsthema der Blogger: Genau, Fahrenheit. Besonders heiß diskutiert werden ja die Actionsequenzen des Thrillers, konkret deren Schwierigkeitsgrad. Es ist ja schön, wenn einige die Geschicklichkeitsübungen allesamt im ersten Anlauf geschafft haben. Aber denkt doch bitte mal an die Grobmotoriker unter uns (mich eingeschlossen).

Nun gut, ich habe mich halt durchgebissen, so wie es sich für einen Spieler gehört. Aber Moment, behauptete David Cage nicht, Fahrenheit sei das ideale Spiel für Nichtspieler? Stellen wir uns einen Menschen vor. Er ist ein Grobmotoriker wie ich, hat keinerlei Rhytmusgefühl und hat Schwierigkeiten sich zu konzentrieren. Er hat im Gegensatz zu mir keinerlei Erfahrungi mit Videospielen und hat vor allem nicht die Motivation wie ich. Nun spielt er also das selbsternannte Spiel für Nichtspieler und bleibt an einer Trial&Error Situation zehnmal hängen. "Kein Problem, beim elften mal klappt es", denkt der Spieler. Der Nichtspieler wird aber wohl eher Fahrenheit zur Seite legen und erstmal kein Videospiel mehr anpacken.

Warum finden so wenige Erwachsene zu Videospielen? Ich denke, es liegt daran, dass Games zu schwierig sind. Vor allem daran, dass sie zu sehr auf das Scheitern fixiert sind, weniger auf die Erfolge. Wenn ich sterbe, kommt dauernd ein nerviges "Game Over". Man denke nur an MGS oder PoP Warrior Within. Und wenn ich dann mal was geschafft habe, stehe ich meist sofort vor dem nächsten Problem.

Fast alle von uns haben in ihrer Kindheit zu Spielen gefunden. Mit sechs Jahren war es mir egal, dass ich dauernd bei Super Mario Land gescheitert bin. Ich habe es halt am nächsten Tag wieder probiert und jedes Mal das gesamte Spiel von vorne begonnen, da man ja nicht speichern konnte. Und nach zwei Jahren hatte ich dann auch den Endgegner besiegt, was war ich stolz. Diese Faszination, die von Spielen ausgeht, kann ich auch heute bei den Kids spüren. Wenn sie mit ihrem GBA vor der Haustür sitzen und Pokemon zocken. Aber der typische berufstätige Familienvater will sich seinen Spaß am Feierabend nicht erarbeiten. Und damit wird er wohl auch Fahrenheit nicht spielen wollen, obwohl es schon ein Schritt in die richtige Richtung ist.

9 Kommentare, Kommentiere oder Ping

  1. Gravatar

    Wenn man wenigstens für seinen “Fleiß” noch belohnt werden würde. Aber…, ach ne ich will nicht schon wieder das Spiel auseinander nehmen ;).

    Früher als Kind habe ich einmal den NES über Nacht angelassen, dass ich aufgrund der fehlenden Speichermöglichkeit bei Super Mario nicht schon wieder von vorne anfangen musste *g*.
    Die Zeit von früher hätte ich gerne noch einmal…

  2. Gravatar

    Also wenn die Games noch viel leichter werden, dann kann man sich das Hobby auch genausogut in die Haare schmieren, denn dann muss man wirklich nur noch alle 30 Minuten mal (A) drücken (oder meinetwegen (X)) und dann geht das Spiel weiter.

    Dann geh ich doch lieber gleich ins Kino, dann brauch ich garnix mehr drücken…

  3. Gravatar

    @M.A.: Einfache Spiele sollen doch nicht die Hardcore-Games ersetzen, sondern neue Zielgruppen erreichen. Die Verteuflung von Mainstream-Spielen habe ich deshalb nie verstanden. Es gibt doch weiterhin genug bockeschwere, hochkomplexe Games, an denen man sich die Zähne ausbeißen kann. Wenn man darüber hinaus wirklich mal den Mainstream erreichen würde, und das tut man nicht einmal ansatzweise, wäre das auch für uns, die wir schon spielen, von Vorteil.

  4. Gravatar

    Inwiefern wäre das für uns von Vorteil?
    Der “Mainstream” wird doch bereits erreicht, der Mainstream ist es schließlich der jedes Jahr ein neues Madden kauft, auch wenn es ich nur minimalst vom Vorjahr unterscheidet. Der Mainstream verlangt, daß alle Spiele wie GTA sind (vorzugsweise auch Madden), der Mainstream senkt den Schwierigkeitsgrad deutlich merkbar. Siehe die Änderungen von Burnout Takedown zu Burnout Revenge. “Now with more rails to drive on…”

    Und das merkt man so deutlich, daß zumindest ich froh über jedes Hardcorespiel bin. Ich hab buchstäblich GEJAUCHZT, als Ninja Gaiden rauskam. Endlich mal wieder ein Spiel bei dem man wirklich gefordert wird. Endlich mal wieder ein Spiel wo man am Ende das Gefühl hat “Ja, ich habe was geleistet und das war nicht einfach nur larifari”.

    Ich hab Fahrenheit trotzdem gespielt. Aber nicht, weil es ein herausforderndes Spiel war. War es einfach nicht. Sondern weil ich wissen wollte wie es ausgeht. Das Spiel an sich war ja dann doch eher larifari und die Abfrage so großzügig, daß es meist schon langt die Hälfte der Richtungsangaben zu treffen um ein “great” zu kriegen. Wie gesagt: ein schönes Spiel, aber kein herausforderndes Spiel.

  5. Gravatar

    Wo bitte wird denn der Mainstream erreicht? Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umsehe, dann sind diejeingen, die zocken, ganz klar in der Unterzahl. Und das obwohl ich mit meinen 20 Jahren wohl zur Hauptzielgruppe gehöre.
    Videospiele sind noch immer eine Subkultur, da können irgendwelche Leute noch so oft behaupten, sie hätten den Mainstream erreicht. Die Spiele, die das tun, kannst du doch an einer Hand abzählen. Das, was wir unter Mainstream-Spielen verstehen, sind doch nicht Spiele für die Massen, sondern Spiele, die möglichst vielen Leuten gefallen, die eh zocken.
    Und dein Klagen über zu wenige Hardcorespiele kann ich nicht vestehen: Die meisten Titel haben noch immer eine freie Wahl des Schwierigkeitsgrads. Wenn du z.B. bei Halo nur den normalen wählst, obwohl dus gerne deftiger hast, ist es zum Schluß natürlich einfach, zu meckern… ;)

    Fahrenheit ist darauf ausgelegt einen ununterbrochenen Spielfuß aufzubauen, deshalb gibt es ja nicht nur richtige und falsche Handlungen. Da wirken die Actionszenen einfach fehl am Platz. Beim Einsatz der Schultertasten bin ich schon häufig hängen geblieben. Ich denke die meisten Nichtspieler übefordert das erst einmal auch. Drück mal deiner Mutter ein Gamepad in die Hand und lass sie spielen. Du wirst sehen, dass du deine Fähigkeiten durch jahrelange Erfahrung trainiert hast und Anfänger mit vielen Sachen Probleme haben, die du für selbstverständlich hältst.

  6. Gravatar

    Ich will eigentlich auch nicht, dass der von dir angesprochene Mainstream erreicht wird. Ich will nicht, dass Opa und Oma statt mir nen Kuchen zu backen, plötzlich Half-Life spielen und ich an jeder Straßenecke von Diskussionen über das Ende von Fahrenheit gequält werde.

    Es hat sich in den letzten Jahren wirklich schon viel zu sehr Richtung Mainstream entwickelt, ich mein hier nicht wie m.a. nur den Schwierigkeitsgrad der Spiele, sondern wie es sich mit dem Spieleangebot (Kriegsshooter, Pimp-Rennspiele, GTAs, usw.) entwickelt hat und wie es immer mehr Richtung Zweiklassengesellschaft geht (siehe EA), wie sich immer mehr Studios auflösen müssen, wie schwer es für kleinere Entwickler mittlerweile ist ein kommerzielles Spiel überhaupt rauszubringen und wie viele Publisher und Entwickler derzeit eigentlich Dollarscheine in den Augen haben.

    Ich glaub das wird unser Hobby früher oder später zerstören (Lifestyle-Gedönse und “wir müssen raus aus den abgedunkelten Zimmern” hin oder her), der richtige Mainstream kommt schon von alleine, genießen wir noch die letzten paar Jahre…

  7. Gravatar

    Der Mainstream MUSS erreicht sein, denn “echte Spieler” informieren sich vorher über ihre Spiele. Würde die Menschheit mir da zustimmen? Wie kommt es also, daß sich Gurken wie “Fantastic Four” verkaufen oder daß “Hugo” und/oder “Moorhuhn” regelmässig die Verkaufscharts anführen?

    Ich bin 35, damit wohl weit aus dem eigentlichen Zielsegment raus, aber meine Bekannten (generell alle um mein Alter herum) spielen zu 80 Prozent Videogames. Davon etwa 50% hauptsächlich MMORPGS (Eve, WoW), die anderen hauptsächlich Rollenspiele und Adventures.

    Sagt natürlich gar nix aus, denn der eigene Tellerand ist näher als das Brett vor’m Kopf, wie man so schön sagt. Trotzdem bleibt doch die Frage: wer KAUFT denn all die GTA-Clones und die Maddens und die XXXtreme Biking Outlaw Golf on a harley Spielchen? Doch nicht wirklich Menschen die man als ernsthafte Spieler bezeichnen will, oder? Was bleibt also noch als Kunde? Die dunkle Materie im Weltraum?

  8. Gravatar

    Hab die Diskussion net ganz durchgelesen, aber ich gebe dem Nasreddin recht, der Mainstream ist noch lange net erreicht worden und das sollte schnell geändert werden. Am meisten regen mich aber die “Gamer” auf, die über Sachen wie “Electroplankton” (leider noch net gespielt) oder “Nintendogs” (auch noch net gespielt, steht aber auf’m Wunschzettel) furchtbar auffregen, eben weil sie keine “echten” Games sind…..

Kommentiere “Spieler und Nichtspieler”