Bonus Item: Kinder, Kinder

Ich liebe Spiele, die Geschichten erzählen, auf dessen Ausgang man als Spieler Einfluß nehmen kann, so viel dürfte schon seit einem vergangenen Bonus Item bekannt sein. Der eigentliche Inhalt der Stories steht dabei für mich genaus so wenig im Vordergrund wie die visuelle Präsentation im Spiel oder die Länge, es darf auch gern vergleichsweise banal zugehen. Von Interesse ist viel mehr das Vorhandensein und Auffinden vieler alternativer Erzählstränge und die Reaktion der Umwelt darauf, daß man diesen oder jenen Weg einschlägt. Das Flash-Spiel How to Raise a Dragon (aus der gleichen Feder wie „The Majesty of Colours“) besitzt viele Gabelungen, an denen es Entscheidungen zu treffen gilt, zum Beispiel welche Farbe die Schuppen seines Jungdrachen annehmen sollen, ob er einen heilenden oder Feuer speienden Atem bekommen soll, eine von Menschen bewohnte Stadt begrünen oder dem Erdboden gleich machen soll und so weiter. Und es ist kurz genug, um gleich ein paar mehr Geschichten erleben zu können. (via)

Auf den ersten Blick wirkt Vector City Racers auch ziemlich flach. Allerdings handelt es sich dabei ja auch um einen Top-Down-Rennspiel. ;) Abgesehen von den Phantasie-Bauwerken sieht das Spiel dem großartigen Game Generally sehr ähnlich, hat spielerisch mit der betagten, pingeligen Simulation jedoch nichts gemein. Die Steuerung ist extrem vereinfacht und das Fahren an sich stellt kaum eine Herausforderung dar. Vector City Racers ist viel mehr ein Metaversum, ein Ort zum gemeinsamen Chatten, spontanen Kräftemessen und Entdecken, mit allerlei Items, Achievements und Möglichkeiten, Stunts vorzuführen. Sehr casual und eigentlich für Kinder gedacht.

1066 ist das genaue Gegenteil: Ein rundenbasiertes Strategiespiel mit Tiefgang. Wenn im oberen Teil des Bildschirms die Pfeile auf die Armeen niederregnen, kommt eine Atmosphäre auf, die man kaum als kindgerecht bezeichnen kann. Das Spiel begleitet ein Historiendrama von Channel 4 und kulminiert in der Schlacht bei Hastings der französischen Normannen gegen die Angelsachsen. Zudem sind zünftige Flüche wie „Pig Filth“ integraler Bestandteil des Spielgeschehens. (via)

Evac, das neueste CACTUS-Spiel (bekannt durch die Mondo-Games) und einziger Download-Titel für heute, ist ein kleines Kunstwerk und besteht nur aus vier einzelnen Screens, die es nach der Explosion eines Computers und der in Videogames obligatorischen, mit Brandbeschleuniger gefüllten Fässer, die überall herum stehen, so schnell wie möglich zu durchqueren gilt. Im Gewusel der flüchtenden Kollegen und den bedenklich nah einschlagenden Trümmern verliert man leicht den Überblick, manchmal kommt es gar vor, daß man ganz die Position der eigenen Spielfigur vergißt. Stehen zu bleiben, kann man sich selten leisten, denn hat man gerade erst das halbe Level durchschritten, fällt meist schon wenige Schritte hinter dem kleinen Männchen der Boden in sich zusammen. Außerdem: Coole „Musik“.











2 Kommentare, Kommentiere oder Ping
marc
1066 ist echt ein hammer. man kann sogar alleine durch fluchen gewinnen!
Jun 29th, 2009
nille
Hihi, das hatte ich garnicht ausprobiert, macht das Spiel aber ungemein sympathisch. ;)
Jun 30th, 2009
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