Kultur am Sonntag
Es ist Sonntag Nachmittag Abend und allmählich wird uns wieder die Tatsache bewusst, dass wir morgen wieder zur Arbeit (oder Schule) müssen. Ein Grauen, so alt wie die Menschheit selber. Einzig eine Extra Portion Kultur kann uns von dieser Angst ablenken.
Kultur 1:
Telepolis interviewte Andreas Rosenfelder, der Videospiel-Rezensionen im Feuilleton der FAZ einführte und im Gespräch einiges Interessantes zu sagen hat, zum Beispiel zu unserem Mitarbeiters des Monats Mai und dessen positive Berichterstattung außerhalb der Spielepresse:
Dieses Wilde, Anarchische, Jugendkulturelle, das die Computerspiele umgeben hat, verschwindet zwar nicht gleich, aber es tritt in den Hintergrund. Computerspiele werden eine normale Freizeitbeschäftigung, die jetzt auch als Familiensport relativ weit verbreitet ist.
Man merkt das auch an den Debatten über Computerspiele: Die Schädlichkeitsdebatte ist abgeflaut. Man konnte das sehen: 2008 ist GTA 4 erschienen, ein tolles, trotzdem auch relativ gewalthaltiges Spiel. Hier wurde überraschenderweise gar keine Killerspieldebatte geführt. Es gab keine Fernsehtalkshows mit CSU -Politikern und Kriminologen, sondern man hat es als ein Gesamtkunstwerk gewürdigt, hat gestaunt, wie oft sich das verkauft.
Daran zeigt sich ein Reifeprozess. Denn diese Gefahrendiskussion hat ja auch jedes junge Medium begleitet: Was Platon in der Antike über das Griechische Theater geschrieben hat, deckt sich ja zum Teil mit den Argumenten der Gefahrendebatte um die Computerspiele: Dass das Theater die Emotionen in unguter Weise aufwühlt. Dass es den vernunftbegabten Teil des Menschen schwächt. Ich denke, dass diese Gefahrendiskussion eine Routine der Mediengeschichte ist. Wenn sie nachlässt, ist das ein Zeichen von kultureller Integration.
Jedoch verneint Rosenfelder, dass in Videospielen sich bislang so etwas wie eine persönliche Handschrift erkennen lässt:
Ansonsten kann man nicht sagen, dass sich so ein Stil ausprägen würde, wie man ihn jetzt von großen Filmregisseuren kennt. Es gibt keinen Francis Ford Coppola der Spielewelt. Es gibt große Einzelwerke, aber man kann nicht sagen: Da entsteht so etwas wie ein Gesamtwerk. Da muss auch noch viel passieren.
Bei den großen Big-Budget-Werken stimme ich Rosenfelder zu, doch schaut man abseits des Mainstreams, lassen sich Spiele erkennen, die sehr wohl eine eigene Handschrift tragen, siehe die Arbeiten von Tim Schafer und des Team Ico. Speziell im Indie-Bereich gibt es immer mehr Entwickler, die durch ihre Unabhängigkeit und den kleinen Teams (Meist sogar nur aus einer einzelnen Person bestehend) einen gänzlich eigenen Stil entwickeln. Cactus, Pixel, The Behemoth, Introversion, Nicklas „Nifflas“ Nygren und Thatgamecompany sind u.a. solche Entwickler.
[via]
Kultur 2:
Die Vice besuchte Richard Garriott und drehte eine dreiteillige Doku, in der er seine mit allerlei Nerd-Kram und Geheimgängen vollgestopfte Villa präsentiert und über seinen Ausflug in’s All erzählt. Definitiv sehenswert.
Kultur 3:
Marcel hat einen wundervollen Abschiedsbrief an Giga geschrieben, der genau wiedergibt wieso ich eigentlich dieses grüne G einst so liebte und eigentlich viel zu schade ist, um im LifeStream zu verschwinden. Quasi ergänzend zu Christians Text zum Thema.
Kultur 4:
Abschließend noch das sehr hübsch anzusehende, aber extrem knifflige Escape The Room-Spiel „Sagrario’s Room“, welches euch noch in den Wahnsinn treiben wird und euch die Komplettlösung sehnlich umarmen lässt.
[via]
(Hmmm, ich sollte wohl die Item!-Rubrik wieder ausgraben. Was meint ihr?)











2 Kommentare, Kommentiere oder Ping
brof
ich würde auch Mizuguchi von Q Entertainment nennen (REZ, Every Extend Extra, Lumines). Da ist eine ganz klare Handschrift zu erkennen…
cheers,
brof
Mär 3rd, 2009
PlayStar
Natürlich, wie konnte ich den vergessen? Ärgerlich…
Mär 3rd, 2009
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